Langweilige Bundesliga?
aboutpixel.de Der Denker von Andreas Infurna
In einem äußerst spannenden Blog Querkraft beschäftigt sich der Physiker Metin Tolan aus naturwissenschaftlicher Perspektive mit der Fußball-Bundesliga. In seinem aktuellen Beitrag versucht er aufzuzeigen, dass der Kampf um die Meisterschaft und den Klassenerhalt in den letzten Jahren immer langweiliger geworden ist, weil sich der Punktabstand zwischen der Spitzengruppe (Plätze 1-6), dem Mittelfeld (7-12) und dem Tabellenende (13-18) seit 1993 tendenziell erhöht hat.
Was aber kann man aus diesem statistischen Befund tatsächlich ablesen? Auf den ersten Blick scheint er Tolans Hypothese zu bestätigen: Die guten Vereine sammeln immer mehr Punkte und lassen die anderen chancenlos hinter sich. Diese Interpretation vernachlässigt jedoch einen wichtigen Aspekt: Es sind nicht immer dieselben Vereine, die sich am Ende der Saison in den verschiedenen Gruppen wiederfinden. Gerade dieses Jahr schicken sich ja mit Hoffenheim und Berlin zwei Clubs an, neu in die Spitzengruppe vorzustoßen.
Die präzisere Interpretation wäre demnach: Es wird vermutlich früher deutlich, welcher Verein, die Saison in welcher Tabellenregion abschließen wird und der Saisonverlauf an sich könnte tatsächlich weniger spannend werden, aber an den ersten Spieltagen wird die Spannung umso größer, wenn sich abzeichnet, welcher Verein sich am Ende der Saison ich welcher Tabellenregion wiederfinden wird.
Zudem finden ja gerade innerhalb der Spitzengruppe und am Tabellenende die spannenden Prozesse statt: Wer wird Meister und wer "nur" Vize? Wer steigt in die zweite Liga ab und wer kann sich noch retten? Über diese Kämpfe, die in meinen Augen die größte Spannung erzeugen, sagen Tolans Betrachtungen nichts aus…






