Weltenkreuzer

Gedanken und Fundstücke aus all meinen Welten

DGS: Schattenboxen mit der Biologie

Die mod­erne Biolo­gie (insb. Gen­forschung und Neu­rolo­gie) stellen die Sozi­olo­gie auf den ersten Blick vor große Her­aus­forderun­gen: Sie greifen die Par­a­dig­men der Sozial­i­sa­tion (Gegen­pol: genetis­che Deter­minierung) und des freien Wil­lens an. Doch in ihrem Vor­trag argu­men­tierte Renate Mayntz (Köln), dass diese Ent­deck­un­gen für die Sozi­olo­gie fol­gen­los bleiben. So gibt genetis­che Vererbung nur die Gren­zen dessen vor, was durch Sozial­i­sa­tion erwor­ben wer­den kann und es sei für die Analyse der Geset­zmäßigkeiten des Han­delns der Men­schen im Prinzip egal, ob das Han­deln durch einen “freien Willen” oder durch neu­rol­o­gis­che Automa­tis­men ges­teuert werde.
Auch wenn ich Mayntz prinzip­iell zus­timme, muss ich doch zu Bedenken geben, dass die “Entza­uberung” des freien Wil­lens insofern Ein­fluss auf die Sozi­olo­gie hätte, dass zukün­ftig die Ergeb­nisse der Hirn­forschung viel stärker in die Konzep­tion von Akteursmod­ellen ein­fließen müsste.

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Kategorie: Wissenschaft

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