Diese Veranstaltung war, neben dem Plenum “Natur als Deutungsmuster?” morgen, für meine Diplomarbeit sicherlich die interessanteste.
U. Schimank und S. Wilz (Hagen) begannen mit einer Gegenüberstellung zweier verschiedener Entscheidungskonzeptionen: Einerseits der klassischen entscheidungstheoretischen “rationalen Wahl” und andererseits Entscheidungen als “praktisches Gelingen”, das nicht immer einer bewussten Reflexion unterworfen sein muss. (Zu diesem Komplex werde ich mich wahrscheinlich später nochmal ausführlicher äußern)
Es folgte S. Voswinkel (Frankfurt/M.) mit seiner Darstellung des Entscheidungsprozesses bei der Personalauswahl in Unternehmen. Er legte hier besonderen Wert auf den Umgang mit Entscheidungsaufgaben mit unklaren Kriterien und unter Effizienzdruck und führt den Begriff “Entscheidungsorganisation” ein, in dessen Zentrum, nach meiner Interpretation, die Legitimationserzeugung durch Formalisierung eines hochkomplexen Entscheidungsprozesses steht.
Darauf folgte O. Dimbath (Augsburg) mit einer Darstellung der Rolle von Intution in Berufsentscheidungsprozessen bei Schulabgängern. Hier stellt er Intuition als ein “Entscheidungsverfahren” dar, dass insb. in zeitbeschränkten und unsicheren Situationen angewandt wird. Er hebt aber auch den kommunikativenv Rationalisierungsdruck hervor.
Zum Abschluss redete T. Klatetzki (Siegen), der kurzfristig für G. Ortmann eingesprungen war, über Sinnkonstruktion in “naturalistischen” Entscheidungsituationen (komplex, hoher Zeitdruck, hoher Erfolgsdruck; Bsp: Feuerwehr, Atomkraftwerke, Krankhäuser) und die Rolle, die die Wiedererkennung bestimmter Muster in diesen Situationen spielt. Zudem legte er besonderes Augenmerk auf die Rolle der Identität des Handelnden in solchen Situationen.
