Hm… wenn ich diesen exzellenten Artikel in der Wissenswerkstatt lese, überkommen mich doch wieder leise Zweifel, ob ich mich im Herbst wirklich in die Promotion stürzen möchte.
Auch wenn ich mir anschaue, dass Kommilitonen, die in der letzten Zeit ihr Studium abgeschlossen haben, mit Einstiegsgehältern von über 30.000€ aufwarten können, scheint es mir doch etwas merkwürdig, mich mit einer halben Stelle zu begnügen, die nicht viel mehr als den studentischen Lebensstandard sichern kann.
Aber die Lösung für dieses Problem liefert Marc gleich mit:
Der einzige nachvollziehbare Grund, weshalb dieses System der Ausbeutung funktioniert, ist das große Faszinosum, das wissenschaftliche Arbeit nichtsdestotrotz darstellt. Denn ja, für die Vielzahl dieser prekär Beschäftigten im Alter von 30–40 Jahren ist die Möglichkeit wissenschaftlich zu arbeiten ein Traum. Und für diesen Traum werden Unsicherheiten und finanzielle Durststrecken fast immer akzeptiert.
Genau das gilt auch für mich. Ich möchte wissenschaftlich arbeiten, Studenten dabei unterstützen, das Studium abzuschließen und immer wieder neue Dinge lernen. Ich kann mir momentan nicht vorstellen, mich jeden Tag in ein Büro zu setzen und mein Engagement einem Unternehmen zukommen lassen, dass mich in der ersten Krise auf die Straße setzen kann. Dann lieber schlecht bezahlte aber spannende Arbeit an einer Universität. Ich möchte nicht für Geld arbeiten, sondern für mich. Und das geht, solange das Geld für Wohnung, Lebensmittel, Kleidung, Bücher, CDs, DVDs, einen gelegentlichen Kneipenbesuch und Bahntickets reicht…
Und was die Perspektivlosigkeit angeht, kann ich nur sagen: “Schaun wer ma, dann sehn wer schon.”

Marc sagt:
Puh! Da bin ich aber zunächst beruhigt, daß Du dich durch den Artikel und die Beschreibung der akademischen Unzulänglichkeiten offenbar nicht von deiner Planung abbringen lässt.
Ich sehe freilich recht ähnlich, daß der monetäre Anreiz nicht unbedingt primär sein muß. Auch wenn es idealistisch klingt: die Arbeit als Dozent und Wissenschaftler kann/könnte soviel ‘intrinsische’ Motivation liefern, daß sich der ‘riskante’ Versuch lohnen sollte.
Grüße, Marc
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