Kampagne für die Lebensmittel-Ampel

Die Debatte um die korrekte Kennzeichnung der Bestandteile von Lebensmitteln ist ja schon etwas älter. Auf politischer Ebene ist die Entscheidung aber noch nicht gefallen und so startet die Organisation Foodwatch jetzt per Video eine Kampagne für die von Verbraucherschutz- und Gesundheitsorganisationen geforderte “Lebensmittel-Ampel” (Wissenschaft, Krankenkassen, Verbraucher, Bundestagskandidaten) und gegen die von der Industrie vorgeschlagene Kennzeichung der “Guideline Daily Amounts”.

Damit ihr euch einen Eindruck von beiden Möglichkeiten verschaffen könnt, hier die von Foodwatch erstellten Kennzeichnungen für ein beliebtes Kinderfrühstück aus Weizen-Pops und Honig:

kelloggs_smacks Ampel_KellogsSmacks_300dpi_4x5

Für mich ist ziemlich eindeutig, dass die rechte Version wesentlich klarer zeigt, wie viel Zucker in so einer kleinen Portion lauert. Damit wird aber auch klar, dass die Lebensmittelindustrie nicht das geringste Interesse daran hat, diese Kennzeichnung zwingend auf ihren Verpackungen anbringen zu müssen. Stattdessen wird die linke Kennzeichnung propagiert, die auf eine prägnante farbliche Kennzeichnung verzichtet und mit der Portionsgröße eine Möglichkeit für die Hersteller bietet, das Vergleichen der Angaben auf unterschiedlichen Produkten deutlich zu erschweren.

Sicher, die Ampel ist nicht perfekt. Die Grenzen sind letztendlich willkürlich gewählt und auch nicht auf spezielle Produktgruppen zugeschnitten, aber besser als die blasse und im Endeffekt kaum Vergleiche erlaubende GDA-Kennzeichnung ist sie schon lange.

Bei der EU wird momentan über diesen Punkt diskutiert und, wie kaum anders zu erwarten, scheinen sich die Lobbyisten mit der GDA-Kennzeichnung durchzusetzen, was eine verpflichtende Ampel in Deutschland wohl unmöglich machen würde. Um das zu verhindern, hat Foodwatch bereits vor zwei Jahren eine E-Mail-Kampagne gestartet, an der ihr euch gerne beteiligen könnt.

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2 Kommentare bisher


  1. 11. März 2010
    19:02 Uhr

    Auf den ersten Blick ist die Ampel ja schön und gut, auf den zweiten aber totaler Unfug, da sie viel zu unflexibel ist und falsche Schwerpunkte setzt:

    Lebensmittelampel Kritik

    Permalink

  2. Weltenkreuzer
    11. März 2010
    19:35 Uhr

    Ich habe nie behauptet, dass sie das perfekte System ist, aber sie ist definitiv besser als die GDA-Kennzeichnung, die die Industrie als einzig erlaubte (!) Kennzeichnung durchdrücken will. Im Einzelfall finden sich natürlich immer Dinge, die man besser/angemessener machen könnte, aber gesetzliche Regelungen müssen nunmal leider halbwegs allgemein sein.
    Und Angaben zu machen, die jeder neuen wissenschaftlichen und halbwissenschaftlichen Erkenntnis genügen, würde zu überdimensionierten Verpackungen führen.

    Permalink
  • Nils Müller

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