Die moderne Biologie (insb. Genforschung und Neurologie) stellen die Soziologie auf den ersten Blick vor große Herausforderungen: Sie greifen die Paradigmen der Sozialisation (Gegenpol: genetische Determinierung) und des freien Willens an. Doch in ihrem Vortrag argumentierte Renate Mayntz (Köln), dass diese Entdeckungen für die Soziologie folgenlos bleiben. So gibt genetische Vererbung nur die Grenzen dessen vor, was durch Sozialisation erworben werden kann und es sei für die Analyse der Gesetzmäßigkeiten des Handelns der Menschen im Prinzip egal, ob das Handeln durch einen “freien Willen” oder durch neurologische Automatismen gesteuert werde.
Auch wenn ich Mayntz prinzipiell zustimme, muss ich doch zu Bedenken geben, dass die “Entzauberung” des freien Willens insofern Einfluss auf die Soziologie hätte, dass zukünftig die Ergebnisse der Hirnforschung viel stärker in die Konzeption von Akteursmodellen einfließen müsste.
Nils Müller
Ich bin als denkender Mensch, Soziologe, Internet-, Bücher- und Kinofan im Netz und im Leben aktiv. Hier teile und diskutiere ich meine Gedanken mit euch. Lest einfach los, hinterlasst mir Kommentare oder schreibt mir Mails. Mehr über mich gibt es auf nilsmueller.info und mehr von mir auf der kritischen Seite und bei Twitter.Suche
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