Schöne und bezahlbare Büroausstattung aus Holz

Bei unserem entspannten Bummel durch Hamburg gestern, sind wir direkt am Bahnhof auf ein tolles Geschäft gestoßen: Im Werkhaus-Shop gibt es einerseits mit Fotos bedruckte Hocker aus Holzfaserplatten und andererseits, wie es die Überschrift schon andeutet, toll designte und gut bezahlbare kleine und große Helferlein für Büro und Schreibtisch. Die Sachen sind wie die Hocker aus Holzfaserplatten hergestellt, die sich über ein cleveres Stecksystem sehr einfach zusammenbauen lassen. An Farben gibt es meist Natur, Goldgelb, Dunkelrot und Dunkelgrau zur Auswahl. Außerdem gibt es einige Serien, die ebenfalls mit Fotos bedruckt sind.

Werkhaus hat in Bad Bodenteich in der Nähe von Uelzen seinen Sitz und produziert dort, wie es scheint, auch seine Waren. Dabei hat sich das Ehepaar Danneberg eine nachhaltige und ökologisch verantwortungsvolle Produktionsweise auf die Fahnen geschrieben.

Mir fiel die Auswahl dann auch nicht leicht, da ich von den vielen tollen Sachen nur wenige wirklich brauchen konnte. Daher gab es am Ende dann einen Briefablagekorb und einen sehr praktischen Zettelkasten in Dunkelrot, sowie einen Notizblock zum Thema Landkarten:

briefablage zettelkasten block

Für alle, die nicht so leicht nach Hamburg kommen, gibt es Werkhaus-Artikel auch in einem eigenen Online-Shop.


Extremismus in der Debatte ums Internet

Lawrence Lessig hat mal wieder einen wirklich guten Vortrag gehalten. Diesmal am 11. März vor dem italienischen Parlament. Mit seinen unnachahmlichen Folien hat er sich diesmal der Debatte um das Internet gewidmet und den italienischen Politikern erläutert, wie sie in dort wieder an Boden gewinnen können:

Er stellt die Hypothese auf, dass der zukünftige Umgang mit dem Netz in einem Konflikt zwischen der Generation der “Alten” und der der “Jungen” gestaltet wird. Während die Jungen fordern, die gesamte Gesellschaft radikal an den Strukturen und Möglichkeiten, des Netz’ auszurichten, verteufeln die Alten die neuen Möglichkeiten und tun alles in ihrer Macht stehende, die alten Strukturen zu erhalten. Beide übersehen dabei jedoch die jeweilige Gegenseite und gehen nicht auf deren Bedenken und Argumente ein. Stattdessen nimmt die Debatte fast schon extremistische Züge an. Er fordert Politiker dazu auf, einen vernünftigen und reifen Umgang mit dem Netz zu entwickeln, der die neuen Möglichkeiten und Chancen im Sinne von Lebensqualität, Wirtschaft und Demokratie zur Entfaltung bringt und die negativen Seiten da, wo sie gesellschaftlich – nicht wirtschaftlich(!) – Probleme verursachen abzufedern.

Es freut mich, dass sich eines der zentralen Argumente meines eigenen Vortrags letzten Dienstag auch in der Ansprache dieses renommierten Internet-Aktivisten wiederfindet. Ich denke, die Zeit, in der beide Seiten Extremposition vertreten, um ihre Claims abzustecken und dem Gegenüber Stärke zu demonstrieren, sollten mittlerweile vorbei sein. Vielleicht wird es Zeit für intensive Gespräche zwischen Politikern, Netzaktivisten und Wirtschaftsvertretern, in denen Chancen dargelegt und Bedenken formuliert werden, die dann in einer ehrlichen und offenen Debatte diskutiert werden. Ich hoffe, dass dies der Weg sein wird, den Deutschland nehmen wird, aber wenn ich mir unsere politische Kaste momentan ansehe, bin ich da leider skeptisch.

(Quelle: blip.tv, via netzpolitik.org)


Nachlese “Sillensteder Gespräche”

Gerade komme ich aus dem Gemeindesaal in Sillenstede (Landkreis Friesland), wo ich meinen Abend damit verbracht habe, 60 oder 70 interessierten Zuhörern zu erzählen, wie das Internet unsere Gesellschaft verändert (hat). Die guten und spannenden Fragen im Anschluss haben den Abend dann für mich zu einer wirklich runden Veranstaltung gemacht. Danke allen, die da waren!

Da ich vorhin sehr viel über Internetkompetenz geredet habe, ist mir noch mal bewusst geworden, wie wichtig dieses Thema für uns in Zukunft sein wird. Und da ich auch einen kleinen Beitrag dazu leisten möchte, gibt es extra für die interessierten Besucher von heute Abend (aber natürlich auch alle anderen Leser) in der nächsten Zeit hier ein paar Artikel, Links und Tipps zum Umgang mit dem Netz.

NACHTRAG 10.03.2010: Nachdem ich eine Möglichkeit gefunden habe, Slideshare die Folien halbwegs vernünftig anzeigen zu lassen, hier meine Präsentation von gestern Abend:


Wilhelmshavener Zeitung – der vollständige Artikel

Am Dienstag werde ich im Rahmen der Vortragsreihe “Sillensteder Gepräche” in der Gemeinde Schortens in der Nähe von Wilhelmshaven einen Vortrag zum Thema “Wie das Internet die Gesellschaft verändert” halten (9. März, 19:30, Gemeindehaus der Gemeinde Sillenstede). Um diesen zu bewerben, hat mich der Veranstalter gebeten, einen Artikel für die Wilhelmshavener Zeitung zu verfassen. Dieser ist heute dann auch erschienen – zumindest in der Online-Version. Allerdings ist von dem, was ich geschrieben habe, und dem, was ich ausdrücke wollte, wenig übrig geblieben. Der Artikel wurde massiv gekürzt und in eine Form gebracht, die sprachlich unsauber ist und nicht mehr meine eigentliche Aussage rüberbringt. (UPDATE 09.03.10: In der Druckausgabe der WZ ist der Artikel vollständig erschienen) Daher an dieser Stelle Hier der Artikel in meiner Originalfassung:

Die Besteigung des Datenbergs

Wie einfach war die Welt noch vor zwanzig Jahren: Da gab es die lokale Tageszeitung, vielleicht noch eine der großen deutschlandweiten Zeitungen, die Tagesschau und den lokalen Radiosender. Diese informierten über das aktuelle Geschehen und ordneten es in einen größeren Zusammenhang ein. So bekam man Tag für Tag ein fertiges Paket an Informationen, das einheitlichen Stoff für die Gespräche an der Kaffeemaschine, in der Kantine, am Abendbrottisch und am Stammtisch lieferte. Es gab nur wenige Zeitungen, denn Papier, Druck und die Verteilung an Abonnenten und Kioske waren teuer. Auch existierten nur wenige Radio- und Fernsehsender, denn Frequenzen waren knapp und wurden staatlich zugewiesen, und die Technik war kompliziert – und teuer.

Dann kam das Internet und ermöglichte es jedem, der einen Computer besaß, seine Meinung und sein Wissen mit der Welt zu teilen. Es dauerte auch nicht lange und viele nutzten diese Möglichkeit, ihr Wissen, ihre Meinungen und Analysen aktueller Entwicklungen zu veröffentlichen. Bis heute wächst dieser Schatz an Wissen an – Tag für Tag. Immer mehr Informationen – aktuelle und historische – finden sich im Internet, gleich neben wertvollen wie wertlosen Einschätzungen und Kommentaren. Die fertigen Pakete, die die Welt damals sehr einfach erscheinen ließen, sind heute nicht mehr die einzige Möglichkeit, sich zu informieren. Sie lassen sich aufschnüren und in kleine Bestandteile zerlegen, bei denen jeder genau das lesen, hören und sehen kann, was ihn interessiert. Die Ergebnisse der Fußball-Bezirksliga Bodensee sind genauso leicht zu bekommen wie die der Bundesliga, das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten der Parlamente ist oftmals frei einsehbar, und eine Unzahl von Blogs und anderen Webseiten kommentiert in einem unablässigen Strom das politische Geschehen, aktuelle Filme und jedes erdenkliche Spezialthema.

Dadurch, dass es so leicht und billig geworden ist, Dinge an die Öffentlichkeit zu tragen, hat sich ein unüberschaubarer Datenberg gebildet, in dem das Wichtige und qualitativ Hochwertige oft schwer zu finden ist. Trotzdem ist dieser Datenberg der Anfang einer kulturellen und sozialen Revolution, wie wir sie vielleicht seit dem Entstehen des Buchdrucks und der Zeitung nicht erlebt haben. Wie immer gibt es bei solchen Umbrüchen Vor- und Nachteile, Gewinner und Verlierer. Es gibt die, die an Altbewährtem festhalten, und die, die den Wandel vorantreiben; Konfliktlinien entstehen, und es bilden sich neue Gruppen, die ihre Interessen und Überzeugungen vertreten.

Einen Einblick in diesen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel und die Konflikte, die sich aus ihm ergeben, bekommen Sie am Dienstag, den 9. März ab 19:30 im Gemeindesaal der Gemeinde Sillenstede.


Deutschland und die “spätrömische Dekadenz”

Guido Westerwelles Ausspruch zur spätrömischen Dekadenz, an der Deutschland leidet, ist auf eine schöne Weise wahr, wie Richard David Precht zeigt:

Das spätrömische Reich ist an der Dekadenz der Führungseliten zugrunde gegangen und nicht an der Dekadenz der Unterprivilegierten.

Treffender kann man Westerwelle nicht entwaffnen.

(Quelle: YouTube)


Kampagne für die Lebensmittel-Ampel

Die Debatte um die korrekte Kennzeichnung der Bestandteile von Lebensmitteln ist ja schon etwas älter. Auf politischer Ebene ist die Entscheidung aber noch nicht gefallen und so startet die Organisation Foodwatch jetzt per Video eine Kampagne für die von Verbraucherschutz- und Gesundheitsorganisationen geforderte “Lebensmittel-Ampel” (Wissenschaft, Krankenkassen, Verbraucher, Bundestagskandidaten) und gegen die von der Industrie vorgeschlagene Kennzeichung der “Guideline Daily Amounts”.

Damit ihr euch einen Eindruck von beiden Möglichkeiten verschaffen könnt, hier die von Foodwatch erstellten Kennzeichnungen für ein beliebtes Kinderfrühstück aus Weizen-Pops und Honig:

kelloggs_smacks Ampel_KellogsSmacks_300dpi_4x5

Für mich ist ziemlich eindeutig, dass die rechte Version wesentlich klarer zeigt, wie viel Zucker in so einer kleinen Portion lauert. Damit wird aber auch klar, dass die Lebensmittelindustrie nicht das geringste Interesse daran hat, diese Kennzeichnung zwingend auf ihren Verpackungen anbringen zu müssen. Stattdessen wird die linke Kennzeichnung propagiert, die auf eine prägnante farbliche Kennzeichnung verzichtet und mit der Portionsgröße eine Möglichkeit für die Hersteller bietet, das Vergleichen der Angaben auf unterschiedlichen Produkten deutlich zu erschweren.

Sicher, die Ampel ist nicht perfekt. Die Grenzen sind letztendlich willkürlich gewählt und auch nicht auf spezielle Produktgruppen zugeschnitten, aber besser als die blasse und im Endeffekt kaum Vergleiche erlaubende GDA-Kennzeichnung ist sie schon lange.

Bei der EU wird momentan über diesen Punkt diskutiert und, wie kaum anders zu erwarten, scheinen sich die Lobbyisten mit der GDA-Kennzeichnung durchzusetzen, was eine verpflichtende Ampel in Deutschland wohl unmöglich machen würde. Um das zu verhindern, hat Foodwatch bereits vor zwei Jahren eine E-Mail-Kampagne gestartet, an der ihr euch gerne beteiligen könnt.


Wissenschaftsmusik

Es gibt ja das altbekannte Vorurteil, Naturwissenschaften seien trocken und für Außenstehende kaum verständlich. Für  Fachartikel und wissenschaftliche Bücher gilt das sicherlich, aber glücklicherweise gibt es da draußen viele, die sich darum bemühen, sie leicht verständlich und unterhaltsam aufzubereiten und zu präsentieren. Einer davon in der Musiker John Boswell, der Ausschnitte aus Videos und Reden bekannter Wissenschaftler und Wissenschaftspräsentatoren wie Carl Sagan, Richard Dawkins oder David Attenborough hernimmt und  sie mit spannenden Bildern und elektronischer Musik zur Symphony of Science zusammenfügt. Hier sind meine beiden Favoriten:

 

 

Mehr gibt es auf der Homepage www.symphonyofscience.com oder bei Youtube.


Wir brauchen eigentlich keine Staatszensur mehr

Wenn sich der Trend fortsetzt und immer mehr Menschen das Internet in erster Linie über Apps auf iPhone, iPod oder iPad nutzen und der Browser als zentrales Werkzeug des Internets ausgedient hat, braucht es keine staatliche Zensur mehr, um das  Internet zu verkrüppeln. Dann liegt es in der Macht einzelner Unternehmen, zu bestimmen, was die User zu sehen bekommen. Keine wirklich schöne Aussicht: Das Aus für die Bild-Iphone-App?


  • Nils Müller

    Ich bin als denkender Mensch, Soziologe, Internet-, Bücher- und Kinofan im Netz und im Leben aktiv. Hier teile und diskutiere ich meine Gedanken mit euch. Lest einfach los, hinterlasst mir Kommentare oder schreibt mir Mails. Mehr über mich gibt es auf nilsmueller.info und mehr von mir auf der kritischen Seite und bei Twitter.
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