Die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen ist die wichtigste Aufgabe, die sich einer Gesellschaft stellt, wenn sie sich in der heutigen schnelllebigen Welt erfolgreich behaupten will. Dabei geht es darum, es den jungen Menschen zu ermöglichen, sich in der Welt zu orientieren, kritisch zu denken und ein eigenständiges und selbstverantworliches Leben zu führen. Man sollte daher meinen, dass sich die für diese Aufgabe Verantwortlichen, seien es Politiker, Lehrer oder Professoren, die Lehrer ausbilden, aller möglichen Mittel bedienen um diese Aufgabe möglichst effektiv und effizient zu erfüllen. Ein aktuelles Beispiel zeigt aber deutlich, wie sehr alte Überzeugungen und ein starres System dazu beitragen, dass möglicherweise veraltete Techniken zum Standard in der pädagogischen Praxis gehören:
So hat der Dresdner Sozialpädagoge Hans Gängler in einer Studie aufgezeigt, dass die klassische Form von Hausaufgaben, als Wiederholung des Schulstoffes, kaum einen Einfluss auf die schulischen Leitungen der Schüler hat (Hausaufgaben sind überflüssig). Und obwohl er keineswegs der erste ist, der den Nutzen von Hausaufgaben in Zweifel zieht (weitere Literatur), ist diese Erkenntnis noch nicht in den Schulen angekommen bzw. sickert erst sehr langsam in das deutsche Bildungssystem ein. Es gibt jedoch bereits einige wenige Schulen, die versuchen, eine angemesseneren Umgang mit Hausaufgaben zu finden, der die Lernmotivation der Kinder steigert und ihnen gleichzeitig auch die Möglichkeit für umfangreichere Aktivitäten neben der Schule gibt (Besser lernen ohne Hausaufgaben).
Wenn ein Flugzeugbauer herausfindet, dass eines seiner Bauteile das Flugzeug nur schwerer macht, ohne es stabiler, schneller oder komfortabler zu machen, wird er sein möglichstes tun, dieses Bauteil aus dem Flugzeug zu entfernen. Im Bildungssystem hingegen setzen sich Innovationen nur höchst langsam durch und eine wirkliche Reform des Unterrichtsgeschehens scheint unmöglich, dabei wird sie von Tag zu Tag dringender!
