Weltenkreuzer

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Wie verstecke ich unliebsame politische Entscheidungen?

Heute beginnt die Spark­lausur der Regierungskoali­tion, in der die Ein­schnitte und Steuer­erhöhun­gen aus­gear­beitet wer­den sollen, die das Fun­da­ment des ersten von sechs(!) Sparhaushal­ten der Bun­desre­pub­lik darstellen wer­den und SpiegelOn­line berichtet über einige Punkte, die bere­its im Vorhinein fest­ste­hen sollen. Darunter findet sich ein span­nen­des Beispiel, wie die Regierung eigene Ver­ant­wortlichkeit auf Behör­den und Ver­wal­tung­sein­rich­tun­gen ver­lagern will, um ja nicht sel­ber als Kürzer der Arbeit­slose­nun­ter­stützung gebrand­markt zu werden:

Zwei Mil­liar­den Euro sollen allein dadurch ges­part wer­den, dass die Bun­de­sagen­tur für Arbeit Leis­tun­gen an Arbeit­slose kün­ftig ver­mehrt nach eigenem Ermessen verteilen kann und nicht mehr durch geset­zliche Vor­gaben gebun­den sein wird. Im Jahr 2014 kön­nte diese Maß­nahme dann schon sechs Mil­liar­den Euro oder mehr bringen.

Da bin ich doch ein wenig stutzig gewor­den. Wie soll bitte eine Verteilung per Ermessensentschei­dung vor Ort weniger Geld ver­brauchen, als eine geset­zlich geregelte? Die Anpas­sung an lokale Umstände und den Einzelfall gilt zwar all­ge­mein als sin­nvolle und wün­schenswerte Art, Gelder zu verteilen, kostet nach meinem Ver­ständ­nis aber eher mehr Geld, da die Berater in Einzelge­spräch und per­sön­lichem Kon­takt sicher­lich etwas freigiebiger sind als das unper­sön­liche Gesetz. Eine Spar­maß­nahme wird erst dann daraus, wenn die lokalen Agen­turen unter einen Sparzwang gestellt wer­den. Dann haben die Berater und ins­beson­dere die Leitung auf ein­mal einen starken Anreiz, Geld zu sparen und den Arbeit­slosen die Maß­nah­men, auf die sie früher noch einen geset­zlichen Anspruch hat­ten, als “Ermessensentschei­dung” zu ver­weigern, um Bud­gets und Vor­gaben einzuhal­ten. So kann man dann tat­säch­lich Geld sparen.

Die Poli­tik ist damit aus dem Schnei­der, da sie nicht mehr geset­zlich an den Maß­nah­men schrauben und sich damit der öffentlichen Debatte stellen muss. Vielmehr kön­nen heim­lich still und leise die Bud­getvor­gaben an die Agen­turen angepasst wer­den, die dann immer weniger Maß­nah­men genehmi­gen können/wollen/werden…

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Kategorie: Gesellschaft
  • Ellen sagt:

    Wie ÜBEL.

    6. Juni 2010 um 13:22

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