Wie die Lemminge…

Running away from the City by photos71

Darauf, dass gesellschaftliche Erwartungen einen großen Einfluss auf unser Tun und Denken haben, bin ich an anderer Stelle bereits eingegangen (Organisationen und Gesellschaft), ein schönes Beispiel für einen solchen Einfluss findet sich jetzt auch in der Debatte um Konjunkturpakete:

Für viele Staatschefs scheint klar zu sein, dass allein ein beherzter staatlicher Eingriff in die Wirtschaft in Form von Staatsausgaben oder Steuersenkungen den Absturz, den die Weltwirtschaft momentan erlebt, abschwächen kann. Aber: Sicher, dass ein solches Programm Früchte trägt und nicht sofort verpufft, ist sich keiner. Natürlich freut sich jeder Einzelne über niedrigere Preise oder mehr Geld im Portemonnaie, aber kaufen sich wirklich mehr Leute einen Kühlschrank, weil dieser 10 Euro preiswerter ist? Führen Konsumgutscheine nicht dazu, dass sich die Menschen Technik oder andere "Extras" zulegen, die oftmals garnicht in Deutschland produziert werden? Fragen über Fragen also, aber trotzdem nehmen viele Staaten Unsummen in die Hand, um sie an die Bevölkerung zu verteilen.

Peer Steinbrück stellt sich gegen diesen Trend und erntet dafür auf dem internationalen Parkett einiges an Kritik. Aber ist es nicht eine richtige Entscheidung, erstmal "abzuwarten" und nicht aktionistisch zu reagieren, sondern das Geld für einen Moment aufzusparen, in dem man es zielgerichtet und präzise einsetzen kann? Den Lemmingen hinterherzurennen und auf empirisch nicht belegte Vermutungen zu vertrauen, nur um das zu tun, was alle tun, kann auf jeden Fall nicht der richtige Weg sein…

(Dazu: Steinbrück gegen den Rest der Welt, sueddeutsche.de)

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