Westerwelle hat vollkommen recht, aber…

Mometan wird ja viel Kritik über Guido Westerwelle ausgeschüttet und das nicht zu unrecht. Allerdings kann man nicht behaupten, dass er falsch läge, wenn er fordert

Wer arbeitet, muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet.

Auch seine prominente Formulierung

Mehr und mehr werden diejenigen, die arbeiten in Deutschland, zu den Deppen der Nation.

ist keineswegs falsch. Er hat sich nur bislang nicht dazu geäußert, welche Konsequenzen er aus dieser Erkenntnis ziehen will. Grundsätzlich gibt es dabei drei Möglichkeiten:

  1. HartzIV runter:
    Das kann eigentlich niemand fordern, der sich irgendwie mit der Idee eines Sozialstaats identifiziert. Ob Westerwelle das tut? Keine Ahnung.
  2. Steuern runter:
    Gute Idee, da wird ihm niemand widersprechen. Wenn da nicht das kleine Problem der Staatschulden und des Investitionsrückstands wäre…
  3. Löhne rauf:
    Die realistischste Forderung, aber ob Westerwelle das wirklich fordern will? (s. dazu auch Carta.info)

Naja, was er nun mit seinen lautstarken Äußerungen bezweckt, ist mir schleierhaft. Auf jeden Fall hat der bislang blasse Außenminister mal wieder auf sich aufmerksam gemacht. Nutzen wird es ihm nicht.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, erzähle Anderen davon:
  • email
  • Twitter
  • Facebook
  • FriendFeed
  • StumbleUpon
  • Posterous
  • Tumblr
  • Google Bookmarks
  • del.icio.us
  • MisterWong.DE


Kommentar abgeben

Deine Email-Adresse wird nicht angezeigt oder weitergegeben. * Pflichtfelder

*
*

Du kannst die folgenden HTML-Tags und Eigenschatfen verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

4 Kommentare bisher


  1. 14. Februar 2010
    22:26 Uhr

    Was er bezweckt: Wahlkampf ;) Aber schon wichtig festzustellen, dass er bislang keine Lösungen für die (in seinen Augen) Probleme genannt hat.
    Interessant auch, dass der “blasse” Außenminister nur durch Innenpolitik auf sich aufmerksam macht…

    Permalink

  2. Weltenkreuzer
    14. Februar 2010
    23:14 Uhr

    Mag ja sein, dass er Wahlkampf betreiben will, aber meinem Gefühl nach, geht das gerade heftig nach hinten los. Und statt sich ein wenig zurückzunehmen, prescht er ja noch weiter voran.

    Permalink

  3. Andreas
    19. Februar 2010
    11:55 Uhr

    Ich würde noch ein 4. hinzufügen:
    4. Zuverdienstmöglichkeiten rauf
    Machen viele andere europäische Länder, würde Anreiz zum Arbeiten setzen, Sozialstaat würde nicht zusätzlich belastet.

    Was wäre, wenn man als Hartz IV Empfänger einen Großteil des Gehalts bei einem Job behalten dürfte? Was wäre, wenn ein Vollzeitbeschäftigter im Niedriglohn-Bereich einen höheren Zuschuss vom Staat bekommen würde?

    Permalink

  4. Weltenkreuzer
    20. Februar 2010
    00:17 Uhr

    Zuverdienstmöglichkeiten sind natürlich wichtig. Aber ein Vollzeitjob sollte in meinen Augen immer für das Nötigste ausreichen und über Hartz IV-Niveau liegen.

    Permalink
  • Nils Müller

    Ich bin als denkender Mensch, Soziologe, Internet-, Bücher- und Kinofan im Netz und im Leben aktiv. Hier teile und diskutiere ich meine Gedanken mit euch. Lest einfach los, hinterlasst mir Kommentare oder schreibt mir Mails. Mehr über mich gibt es auf nilsmueller.info und mehr von mir auf der kritischen Seite und bei Twitter.
  • Kategorien

  • Archiv

  • Aktuelle Bücher

  • Twitter