Weltenkreuzer

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Wenn der Alltag symbolisch wird

Im All­tag haben wir alle möglichen Sym­bole um uns herum. Seien es Wörter, mit denen wir bes­timmte Gegen­stände beze­ich­nen, Num­mern, die Ran­gord­nun­gen wiedergeben oder Verkehrsze­ichen, die kom­plexe Regeln und Ver­hal­tensvor­gaben auf ein ein­faches Bild reduzieren. In diesem Zusam­men­hang macht das SZ-Magazin auf eine neue Entwick­lung aufmerk­sam: Die Sym­bol­kraft von Telefonnummern.

Eigentlich kön­nte man denken, eine Tele­fon­num­mer sei eine mehr oder weniger zufäl­lige Kom­bi­na­tion aus Zif­fern, mit der ein Tele­fo­nan­schluss ein­deutig angewählt wer­den kann. Die Ver­gabe von Tele­fon­num­mern ist jedoch keineswegs zufäl­lig, son­dern trans­portiert eine Menge Infor­ma­tion: Die Vor­wahl ermöglicht es, den Ort des Angerufe­nen festzustellen, bei älteren Num­mern weisen die ersten Zif­fern der Num­mer auf den Stadt­teil hin, eine 8 als erste Zif­fer lässt auf einen frühen ISDN-Anschluss schließen und eine sechsstel­lige Num­mer in einer Großs­tadt auf einen lange etablierten Anschluss. Der Artikel im SZ-Magazin stellt Handy-Vorwahlen in den Mittelpunkt.

Vor eini­gen Jahren war die Handy-Welt noch klar geord­net: 0171 bedeutete T-Mobile, 0172 war Arcor D2 und 0177 E-Plus. Dann kamen immer mehr Num­mern hinzu 0170, 0160, 0175 usw. usf. Wer heute noch eine der alten Vor­wahlen hat, sym­bol­isiert damit ein­er­seits Kon­ti­nu­ität und ander­er­seits aber auch, dass er ganz am Anfang schon auf den Mobiltelefon-Zug aufge­sprun­gen ist. Lange Recherche über die Erfahrung eines poten­tiellen Geschäftspart­ners kann abgekürzt wer­den — wer eine 0171-Nummer hat, der ist schon seit eini­gen Jahren im Geschäft.

Auf diese Weise wird eine schein­bar zufäl­lige und an sich wert­lose Num­mer auf ein­mal zu einem geschäftlichen Wert, der sich eventuell sogar in man­i­festen finanziellen Gewinn umset­zen lässt. So wer­den der­ar­tige Num­mern mit­tler­weile bei Ebay als “V.I.P.-Nummern” gehan­delt (0171, 0172, 0177)

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