Weltenkreuzer

Gedanken und Fundstücke aus all meinen Welten

Was Zeitungen noch leisten können

Nach­dem ich vor ein paar Tagen den Pes­simis­ten in Sachen Tageszeitun­gen habe raushän­gen lassen, hier die ver­sproch­enen Gründe, in welcher Form gedruckte Zeitun­gen auch in Zukunft wichtig bleiben, wie sie ihre Inhalte auch Online ver­mark­ten kön­nen und warum auch der klas­sis­che Jour­nal­ist immer noch gebraucht wird:

Aktuelle, tief­gründige und ver­ständliche  Analysen

Auch wenn heute im Inter­net Fach­texte und Experten­mei­n­un­gen unmit­tel­bar zugänglich sind, so will doch nicht jeder, der sich nicht mit groben Infor­ma­tio­nen zufrieden geben will, gle­ich eine aus­ge­feilte wis­senschaftliche Unter­suchung lesen, zumal diese auch immer ein wenig Zeit braucht. Eine zeit­nahe, ver­ständliche  und trotz­dem tief­gründige Aufar­beitung eines The­mas hat da dur­chaus ihren Platz. Im Tages­rhyth­mus kann das aber nicht gelin­gen und so sind fol­gerichtig Wochen­ti­tel auf dem Vor­marsch.

Auch im Inter­net halte ich eine Ver­mark­tungsstrate­gie für solche Texte für erfol­gver­sprechend. Zwar macht beispiel­sweise zeit.de momen­tan viele Texte der Druck­aus­gabe kosten­los im Netz ver­füg­bar, bei einer gelun­gen tech­nis­chen Umset­zung von “Mikro-Payment” und einer etwas besser les– und druck­baren Gestal­tung fände ich es aber nicht unre­al­is­tisch, für einen Text 20 — 50ct zu ver­lan­gen. Hier eine schöne Rech­nung dazu bei Indiskre­tion Ehren­sache.

Inves­tiga­tiver Journalismus

Eine zen­trale Funk­tion, die Jour­nal­is­ten schon seit Langem übernehmen und auch in Zukunft weit­er­hin übernehmen wer­den ist die aus­führliche Recherche zur Aufdeck­ung gesellschaftlicher Missstände. Hier gibt es weder in der Wis­senschaft noch in anderen Bere­ichen Per­so­nen, die in einer ähnlich neu­tralen Weise in der Lage wären, Regierun­gen, Unternehmen, NGOs und anderen auf die Fin­ger zu schauen. Es muss für solche Jour­nal­is­ten auch weit­er­hin eine Möglichkeit geben, finanziell halb­wegs abgesichert über lange Zeiträume zu recher­chieren und die Ergeb­nisse ihrer Arbeit dann auch zu präsen­tieren. Hier spie­len wieder Wochen­zeitun­gen eine wichtige Rolle und wieder ließe sich auch hier in meinen Augen eine Onlin­ev­er­mark­tung über Mikro-Payment realisieren.

Einord­nen und Auswählen

Das Netz quillt mit­tler­weile der­maßen über vor Nachrichten, Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen und Kom­mentaren, dass es mehr und mehr vom Zufall, der Ver­net­zung und der Ver­mark­tungsstrate­gie der Autoren abhängt, welche Texte im Inter­net gele­sen wer­den und welche nicht. Breit aus­ge­bildete Jour­nal­is­ten wären hier in der wichti­gen Rolle, aus diesen Tex­ten auszuwählen, sie zu Dossiers zusam­men­zustellen und in einen Kon­text zu brin­gen, gefragt. Ich würde rel­a­tiv viel geben für ein Por­tal, in dem ich zu aktuellen Ereignis­sen immer eine kom­men­tierte und redak­tionell aus­gewählte Samm­lung von Links finden kön­nte. Auch hier ste­hen wieder zahlre­iche Ver­mark­tungsmöglichkeiten offen.

Dazu, wie ich mir ein ide­ales mod­ernes Nachricht­en­magazin vorstelle, dem­nächst mehr…

Be Socia­ble, Share!
Kategorie: Gesellschaft

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*