Weltenkreuzer

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Was ist Ökonomie und was ist sie nicht?

In der Online-Ausgabe der Süd­deutschen Zeitung liefert Andreas Hoff­mann einen sehr inter­es­san­ten Ein­blick in die Geis­teswelt der Ökonomen. Sein Fazit:

Ökonomen sind Kün­stler. Sie reduzieren die Wirk­lichkeit. Der Kün­stler sieht ein Gesicht, einen Baum und reduziert es auf das Wesentliche, er ver­fremdet, ver­wirft, gestal­tet um, bis etwas Neues entsteht. Wie der Ökonom. Er reduziert die Welt und blendet vieles aus.
[…]
Doch etwas unter­schei­det den Ökonomen vom Kün­stler: Der Maler weiß, dass er Kunst macht. Der Ökonom nicht. Pablo Picasso dachte nie, dass sein Guer­nica ein Foto des spanis­chen Bürg­erkrieges ist. Der Ökonom aber schaut auf die Lego-Welt und sagt: “So ist das Leben.”

Nicht alle Ökonomen leben in Legoland, weswe­gen meine Zweifel vielle­icht irgend­wann schwinden. Ich hoffe auf die USA. Dort ver­ste­hen sich Ökonomen mehr als Wis­senschaftler denn als Aya­tol­lahs in Anzü­gen. Sie unter­suchen, welche Legosteine etwas tau­gen und welche nicht. Man nennt das Empirie.
[…]
In Deutsch­land soll es auch einige dieser Ökonomen geben. Sie sagen, dass es den Homo oeco­nom­i­cus nicht gibt, und zu diesen klu­gen Men­schen gehört sogar der einzige deutsche Nobel­preisträger für Ökonomie, Rein­hard Sel­ten. Er warnt vor lebens­fer­nen The­o­rien und spricht von “ökonomis­chem Impe­ri­al­is­mus”. Aber noch sind Kri­tiker wie Rein­hard Sel­ten sehr, sehr leise. Hof­fentlich wer­den sie lauter. Bis dahin hilft weghören, wenn die Lego-Menschen im Fernse­her flim­mern und reden.

Nach mit­tler­weile fünf Jahren wirtschaftswis­senschaftlichem Studium kann ich mich der Analyse Hoff­manns eigentlich nur anschließen.

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