Weltenkreuzer

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Tankstellen-Boykott?

Vor eini­gen Tagen hat mich eine Mail erre­icht, in der dazu aufge­fordert wird, die Tankstellen bes­timmter Ölkonz­erne zu boykot­tieren, um so Druck aufzubauen, die Ben­z­in­preise zu senken. Ich nehme mal an, die Inten­tion dahin­ter war, dass ich den Aufruf in diesem Blog bekan­nter mache. Da ich davon aber nichts halte, ver­linke ich ihn hier nicht son­dern gebe stattdessen meine Mei­n­ung zum Thema Tankstellen-Boykott ab. Im Kern geht es mir um zwei Punkte:

  1. Auch wenn es vielle­icht auf den ersten Blick so ausse­hen mag, aber es sind nicht die Ölkonz­erne, die den Preis “rauf­set­zen”, um höhere Gewinne abzuschöpfen. Vielmehr ist es so, dass momen­tan ver­schiedene Fak­toren, Speku­la­tion, Ölnach­frage in anderen Staaten usw., dazu führen, dass die Nach­frage an Öl mas­siv wächst. Und wie es auf einem Markt so zugeht, steigen dadurch die Preise, weil die, die es drin­gen­der benöti­gen, bereit sind, mehr dafür zu bezahlen. Und ich möchte den­jeni­gen sehen, der tat­säch­lich seinen Gebraucht­wa­gen bil­liger verkauft, weil er damit einer armen Fam­i­lie helfen kann. Das mag im Einzelfall funk­tion­ieren, wenn es danach ginge, hät­ten wir aber überhaupt kein Öl mehr, weil das in anderen Län­dern sicher­lich für wesentlichere Dinge gebraucht wer­den kön­nte, als dafür mit dem Gelän­dewa­gen zum Aldi um die Ecke zu fahren.
  2. Klar, der Ben­z­in­preis ist momen­tan ver­dammt hoch, aber als überzeugter Nicht-Auto-Besitzer freut mich eher, dass es mit­tler­weile auch finanzielle Anreize gibt, Ben­zin zu sparen und den Wagen auch mal ste­hen zu lassen. Dadurch, dass der Ben­z­in­ver­brauch immer teurer wird, entste­hen ja schließlich auch Anreize, sparsame Autos zu kon­stru­ieren und zu kaufen. Langfristig wird es dann wahrschein­lich so sein, dass Auto fahren gle­ich teuer bleibt, da das Ben­zin zwar teurer wird, davon aber auch nicht so viel ver­braucht wird. Und daran kann ich nun wirk­lich nichts Neg­a­tives erkennen…
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Kategorie: Gesellschaft

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