Weltenkreuzer

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Peer-Review und Publikationen

In der Debatte um Open Access (z.B. hier, hier und hier) in der wis­senschaftlichen Pub­lika­tion wird oft­mals auf die Wichtigkeit der “Qual­ität­skon­trolle” wis­senschaftlicher Arbeiten durch eine der Veröf­fentlichung vorgeschal­tete Begutach­tung der Artikel durch andere Wis­senschaftler hingewiesen (z.B. hier). In meinen Augen erfüllt dieses “Peer-Review” ins­beson­dere zwei Funktionen:

1. Qual­ität­skon­trolle: Unbe­strit­ten soll­ten Arbeiten vor ihrer Veröf­fentlichung auf ihre Qual­ität hin überprüft wer­den: Die Argu­men­ta­tion sollte plau­si­bel sein, die Arbeit sollte neue Aspekte bein­hal­ten und natür­lich muss auch die Meth­ode gewis­sen Ansprüchen genügen.

2. Abgren­zung der Wis­senschaft: Das Peer-Review ist ein wichtiger Baustein in der Abgren­zung des Wis­senschaftssys­tems gegenüber der übrigen Gesellschaft: Nur wer die “richti­gen” Begriffe an der “richti­gen” Stelle ver­wen­det, die “richti­gen” Autoren zitiert und “fachangemessene” Argu­mente ver­wen­det kann auf eine Pub­lika­tion hof­fen. Auf diese Weise wer­den existierende Par­a­dig­men repro­duziert, beste­hende Argu­men­ta­tion­s­muster gefes­tigt und “Quer­denkern” der Ein­stieg erschw­ert.
Zudem hat ger­ade die Sozi­olo­gie mit dem Vorurteil der Unver­ständlichkeit und verk­lausulierten Aus­druck­sweise zu kämpfen, was sich durch die koop­ta­tive Struk­tur des Sys­tems lei­der in Zukunft auch vor­erst nicht ändern wird. Ver­ständlich und zugänglich zu schreiben, wird oft­mals als “unwis­senschaftlich” bezeichnet.

Gibt es also eine Möglichkeit, die Qual­ität­skon­trolle zu erfüllen, ohne dabei ein rigides Repro­duk­tion­ssys­tem zu erzeu­gen? In meinen Augen lautet die Antwort auch hier wieder Open Access: Auf einer Veröf­fentlichungsplat­tform für wis­senschaftliche Artikel kön­nte ein offenenes Review-System etabliert wer­den. Kri­tisierte Artikel wer­den nicht ein­fach nicht veröf­fentlicht, son­dern zusam­men mit den Kri­tikpunk­ten eingestellt.So kann sich eine offene Diskus­sion um neue Ideen entwick­eln und gle­ichzeitig wird der wis­senschaftliche Gehalt der Texte überprüft. Zudem erzeugt die Öffentlichkeit des Reviews größeren Druck auf die Autoren sauber zu arbeiten.

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