Weltenkreuzer

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Mythos Raubkopie

Paulo Coelho ist sicher­lich einer der bekan­nteren Schrift­steller und dass er hin und wieder Prob­leme mit Raubkopien seiner Bücher bekommt, sollte nie­man­den ver­wun­dern. Jetzt hat er jedoch sel­ber ein­drucksvoll aufgezeigt, dass Raubkopien sich keineswegs neg­a­tiv auf den Verkauf seiner Bücher auswirken. So hat er in Rus­s­land sel­ber eine Home­page ein­gerichtet und auf dieser eine Kopie seines Buches “Die Hexe von Por­to­bello” zum Down­load zur Ver­fü­gung gestellt.  Nach­dem er im Jahr zuvor nur knapp 1000 Exem­plare seines Buchs verkauft hatte, waren es im Jahr darauf über 10000 und noch ein Jahr später 100000 Exem­plare. Klar, die Kausal­ität ist damit nicht zweifels­frei bewiesen und es lassen sich zahlre­iche andere Gründe für diesen Anstieg vorstellen, aber plau­si­bel ist es schon, einen Zusam­men­hang anzunehmen.

Kann man daraus den Schluss ziehen, die Musikin­dus­trie könne nun auch über kosten­lose Down­loads ihre Verkäufe ankurbeln? Mit­nichten, denn Bücher haben gegenüber Musik-CDs einen gewalti­gen Vorteil: Sie bieten einen Mehrw­ert gegenüber der dig­i­talen Kopie: Man kann sie Abends im Bett und in der Straßen­bahn lesen, die Augen ermü­den nicht so schnell und auch der Rücken freut sich über unter­schiedliche Sitz­po­si­tio­nen. Während Musik ver­lust­frei kopiert wer­den kann, ver­lieren Bücher am Bild­schirm sehr viel an Qual­ität und Wert und wer­den deswe­gen trotz, oder ger­ade wegen,  Raubkopien gekauft.

(Quelle: Bernd Röth­ling­shöfer, Lit­er­atur­café)

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Kategorie: Gesellschaft

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