Mündiger Konsument?
Running away from the City by photos71
Als ich vor kurzem diesen Artikel gelesen habe, konnte ich echt nur den Kopf schütteln: Philips hat eine Technologie entwickelt, mit der das Umschalten des Fernsehsenders während der Werbung und das Überspringen von Werbeblöcken auf Festplattenrekordern verhindert werden kann. Zwei Gedanken dazu:
Ist es noch zu fassen? Nachdem die Musik- und die Filmindustrie schon nicht mit der modernen Technik klarkommen, fängt jetzt auch noch die Unterhaltungsindustrie selber an, den Benutzer in seinen Rechten einzuschränken. Anstatt neue Konzepte für Werbung zu entwickeln, bzw. vorhandene innovative Konzepte anzunehmen (z.B. Product Placement in Computerspielen, was nach einigen Umfragen sogar unter gewissen Bedingungen auf Akzeptanz bei Spielern stößt), wird mit aller Gewalt versucht, die alten Techniken weiter anzuwenden. Das erinnert mich frappierend an die Geschichte vom toten Pferd (insb. Nr. 3). Fast so als würde ein Fernseh- und Videorekorderhersteller verhindern, dass man DVD-Rekorder an den Fernseher anschließen kann…
Was mich aus betriebswirtschaftlicher Perspektive wundert, ist, dass Philips überhaupt Geld in die Entwicklung dieser Technologie steckt. Denn: Welcher Fernsehzuschauer würde sich ein Gerät mit dieser “Funktion” kaufen? Ich denke doch mal niemand. Und in welchen Geräten man auch immer diese “Funktion” versteckt, um sie den Menschen anzudrehen, so wird es doch (hoffentlich!) immer Hersteller geben, die Ähnliches ohne Werbeblocker verkaufen. Und schon wirkt der Verdrängungsmechanismus minderwertiger Produkte aus dem Markt… Man könnte also sagen, dass sich dieses Problem von selber lösen wird. Hier kann der Markt für den Konsumenten arbeiten.







Agnes
12. Dezember 2009, 17:35Hallo!
Der Meinung bin ich nicht, dass sich diese “Funktion” selber vom Markt drängen würde. Wenn Fernsehhersteller einen Nutzen daraus ziehen, oder Beziehungen zu Werbefachleuten haben, kann es leicht sein, dass diese “Funktion” zur Standardfunktion wird. Der Mensch ist ein Egoist und handelt im eigenen Interesse – ob es für die Menscheit gut oder schlecht ist, ist zweitrangig, wenn überhaupt.
Liebe Grüße
Agnes
Ich seh grad, der Artikel ist von 2006.
Sara Klein
18. Januar 2012, 18:46Blödsinn <3