Wer erinnert sich nicht noch an dieses große, grüne Ungetüm in den Klassenräumen seiner Schulzeit? Jeden Tag auf’s neue wird die Tafel mit Worten, Zahlen und Formeln gefüllt, die wenn möglich in den Köpfen der Schüler hängen bleiben sollen. Dabei machen es die krakelige Handschrift des Lehrers und unübersichtliche Tafelbilder oftmals schwer, das zu entziffern, was dort weiß auf grün geschrieben steht.
Doch die Rettung naht: Mit neuen weißen Tafeln, die auch als Projektionsfläche und “Touchscreen” für einen Computer eingesetzt werden können, soll nun an den Schulen alles anders und alles neu werden. Und tatsächlich lesen sich Beschreibungen dieser Boards lesen sich tatsächlich äußerst vielversprechend (z.B. hier und hier). In der Welt kommentiert Holger Kreitling den Einzug moderner Technik in die Schulklassen und scheint dieser Entwicklung im Allgemeinen skeptisch gegenüber zu stehen:
Lernen aber wird aber durch den Einsatz von Technik nicht wesentlich besser, man muss kein Unkenrufer sein, um darauf zu verweisen, dass das Einmaleins oder Englischvokabeln immer gleich schwer zu erinnern sind.
Das kann allerdings nur behaupten, wer sich noch nicht mit gut gemachten und sinnvollen medialen Aufbereitungen von Unterrichtsstoff auseinandergesetzt hat. Gerader das Vokabellernen und das Einmaleins lernen sich in der Interaktion und der Anwendung wesentlich einfacher und genau das wird mit dieser neuen Technik vereinfacht. Auch gibt es mittlerweile unzählige Animationen, die komplexe Themen einfach und verständlich darstellen, wie es wahrscheinlich nur wenige Lehrer können (z.B. zur Subprime-Krise, zur weltweiten sozialen Entwicklung oder dem Blutkreislauf) .
Haken wird das Ganze allerdings mal wieder an der Ausbildung der Lehrer. Solange diese mit einem einfach Overheadprojektor oder einem Videorecorder bereits überfordert sind, wage ich nicht, auf einen flächendeckenden sinnvollen Einsatz der neuen Möglichkeiten zu hoffen. Auch weil das Thema Technik– und Medienkompetenz für Lehrer in der aktuellen Lehrerausbildung immer noch keine Rolle spielt.
Trotzdem: Ist die Technik einmal da, werden sich nach und nach immer mehr Lehrer mit ihr auseinandersetzen und in ein oder zwei Jahrzehnten wird dann vielleicht das Standard sein, was heute bereits möglich ist…
