Leben im Schlaraffenland
Running away from the City by photos71
Trotz aller Ängste vor Krise und Rezession: In Deutschland lebt es sich verdammt billig. Silvia Liebrich kommentiert in der Süddeutschen Zeitung die niedrigen Lebensmittelpreise und weist darauf hin, dass uns die Rechnung für den vermeintlich preiswerten Einkauf noch präsentiert werden wird:
Die Art, wie wir essen und was wir essen, hat also ihren Preis. Klar ist auch, dass sich dieser nicht komplett auf dem Kassenbon niederschlägt. Auf Dauer ist ein solcher Zustand jedoch unhaltbar. Den Rest der Zeche zahlen zur Zeit andere und irgendwann auch wir selbst. Das Schlaraffenland Deutschland ist auf einem brüchigen Fundament errichtet. (Schlaraffenland Deutschland)
Ich denke auch, dass es für uns alle wichtig ist, ein wenig mehr über das nachzudenken, was wir tun und auch die Konsequenzen zu berücksichtigen, die uns nicht unmittelbar betreffen. Es muss darum gehen, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und nicht nur kurzfristig an den eigenen Nutzen zu denken. Das ist sicherlich nichts Neues und in dieser Form schon hunderte Mal gehört und gelesen, aber es fällt uns trotzdem immer noch allen schwer…







Matthias Schwenk
15. April 2009, 01:07Ist die Kritik nicht ein bisschen oberflächlich? Mehr Reflektion ist in meinen Augen keine Option, da weite Teile unserer Bevölkerung genau dies nicht tun. Und gerade in den bildungsfernen Schichten dürfte der Anteil an Übergewichtigen am größten sein.
Der Bereich der Lebensmittel zeigt (wie auch andere Märkte), dass allein das freie Spiel von Angebot und Nachfrage eben nicht zur bestmöglichen Situation führt. Wie aber eingreifen? Und was wäre ein besserer Zustand? Gibt es dazu einen gesellschaftlichen Konsens – oder vielleicht nur eine vage Diskussion?
Weltenkreuzer
15. April 2009, 08:31Man muss, denke ich, zwei Dinge unterscheiden: Die objektiv beste Situation und die Situation, in der die Interessen der Individuen möglichst gut ausgeglichen werden. Der Markt ist in der Lage, die zweite Situation ganz gut herzustellen (zumindest in den Industriestaaten, ohne Berücksichtigung der Länder der dritten Welt).
Das Problem bei allem anderen wäre ein Aufzwingen von außen. Objektiv vielleicht besser, aber wäre das mit unserem Ideal der Eigenverantwortung und Selbstentfaltung vereinbar?