Nicht nur in Deutschland gibt es momentan besorgniserregende Initiativen gegen den freien Fluss von Informationen und Daten im Internet: In Frankreich wurde letzte Woche in erster Instanz ein Gesetz verabschiedet, dass es ermöglichen soll, jedem Bürger, der dreimal beschuldigt wird, im Internet gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben, den Internetzugang vollständig zu sperren. Ohne richterliche Anordnung und ohne Überprüfung, wie schwer die Verstöße sind oder ob sie überhaupt stattgefunden haben. Klingt vollkommen absurd? Ist es auch. Wird aber dadurch leider nicht unwahr.
Ed Felten denkt diese Entscheidung konsequent satirisch zu Ende und fordert eine Ausweitung dieser Regelungen auf die Schrift:
This is such a good idea that it should be applied to other media as well. Here is my modest proposal to extend three-strikes to the medium of print, that is, to words on paper.
My proposed system is simplicity itself. The government sets up a registry of accused infringers. Anybody can send a complaint to the registry, asserting that someone is infringing their copyright in the print medium. If the government registry receives three complaints about a person, that person is banned for a year from using print.
As in the Internet case, the ban applies to both reading and writing, and to all uses of print, including informal ones. In short, a banned person may not write or read anything for a year.
Wem nicht spätestens hier die Absurdität des französischen Gesetzentwurfs klar wird, dem ist einfach nicht mehr zu helfen.
