Weltenkreuzer

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Geniales Marketing, aber zu welchem Preis?

Das nenn ich gelun­gen! Die in den let­zten Tagen viel disku­tierte und äußerst umstrit­tene Organspende-Show hat sich in der let­zten Minute als Fake ent­puppt. Die ange­bliche Spenderin ist eine Schaus­pielerin und die kranken Teil­nehmer sind zwar wirk­lich krank, waren aber von Anfang an darüber informiert, dass es nicht wirk­lich um eine Niere geht. Der Sinn des Ganzen? Aufmerk­samkeit wecken und die Men­schen auf die prekäre Sit­u­a­tion in Sachen Organspende hin­weisen. (Mehr dazu)

Und dieses Ziel haben die Macher der Sendung mit Bravour erre­icht. Gle­ichzeitig haben sie der heuti­gen Medi­enge­sellschaft wun­der­bar einen Spiegel vorge­hal­ten: In die Medien kommt heute das Kurzfristige, das Neue, das Empörende und nicht die wirk­lichen Prob­leme und die alt­bekan­nten Tat­sachen. Medien greifen Stim­mungen und Trends auf und nicht echte Probleme.

Aber jetzt eine große Bitte an alle sozialen Ini­tia­tiven und Medi­en­macher: Das funk­tion­iert nur ein­mal! Wenn sich solche Tricks häufen, wird am Ende nie­mand mehr wis­sen, was echt und was gestellt ist.

Das ist auch das große Prob­lem dieser Aktion: Sie hat eine Grenze ver­schoben. Nach diesem Beispiel wer­den vielle­icht auch andere Sender auf die Idee kom­men, Aufmerk­samkeit zu erzeu­gen, indem sie bewusst Emörung erzeu­gen. BNN mag dies zu einem sehr guten Zweck genutzt haben, aber dass solche Manip­u­la­tio­nen auch für weniger noble Dinge genutzt wer­den kön­nen sollte allen Medi­enkon­sumenten klar sein. In Zukunft heißt es also noch genauer darauf zu schauen, was in den Medien real und was Fik­tion ist, was tat­säch­lich Empörung ver­di­ent und was nicht. Die Öffentlichkeit, die sich gerne als Rezip­i­ent der Medien ver­steht und die Medien in ihren Dien­sten sieht, wird sich nun noch stärker fra­gen, wer hier eigentlich wen kontrolliert.

Übrig bleibt ein Muster­stück in Sachen Massen­mar­ket­ing mit einem (zu?) hohen Preis.

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Kategorie: Gesellschaft

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