Weltenkreuzer

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Einfach nur jämmerlich

Es ist ein­fach nur trau­rig: Jahre­lang müht sich ein Internet-Unternehmen damit ab, einen Dis­tri­b­u­tion­skanal zu schaf­fen, über den Mitschnitte von Live-Konzerten im Inter­net ver­bre­itet und ver­mark­tet wer­den kön­nen, und ist dabei auch recht erfol­gre­ich. Für die Musikin­dus­trie, die das Inter­net bis heute immer noch nicht ver­standen hat und denkt, das Geschäftsmod­ell der let­zten 50 Jahre ein­fach so in die Zukunft übertra­gen zu kön­nen, wäre das eine gute Möglichkeit, ohne Risiko neue Ver­mark­tungskanäle auszupro­bieren und das Netz-Know-How eines inno­v­a­tiven Unternehmens zu nutzen. Doch es hat nicht sein sollen und so schließt näch­ste Woche nach neun Jahren das Por­tal Fabchan­nel, auf dem sich (noch) zahlre­iche Konz­ert­mitschnitte von vie­len Independent-Künstlern und weni­gen Stars anschauen lassen. Bis zum Schluss war es nicht möglich, genug Plat­ten­fir­men zu gewin­nen. Warum es für die Labels Irrsinn ist, ein solches Por­tal nicht angemessen zu unter­stützen, fasst SpiegelOn­line tre­f­fend zusammen:

Livekonz­erte gel­ten als eine der let­zten Cash-Cows der gebeutel­ten Musik­branche, Inter­netkonz­erte als noch nicht aus­geschöpfte Möglichkeit, online mit Musik noch ein Geschäft zu machen. Das hat Fabchan­nel nun neun Jahre lang ver­sucht. Die Labels nicht.

So, liebe Plat­ten­la­bels, müsst ihr euch nicht wun­dern, wenn euch der Markt nach und nach weg­bricht. Wer über so lange Zeit den äußerst deut­lichen Willen der Kun­den ignori­ert, der kann nicht erwarten, dass sie ihm die Treue halten.

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Kategorie: Gesellschaft

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