Einfach nur jämmerlich
Running away from the City by photos71
Es ist einfach nur traurig: Jahrelang müht sich ein Internet-Unternehmen damit ab, einen Distributionskanal zu schaffen, über den Mitschnitte von Live-Konzerten im Internet verbreitet und vermarktet werden können, und ist dabei auch recht erfolgreich. Für die Musikindustrie, die das Internet bis heute immer noch nicht verstanden hat und denkt, das Geschäftsmodell der letzten 50 Jahre einfach so in die Zukunft übertragen zu können, wäre das eine gute Möglichkeit, ohne Risiko neue Vermarktungskanäle auszuprobieren und das Netz-Know-How eines innovativen Unternehmens zu nutzen. Doch es hat nicht sein sollen und so schließt nächste Woche nach neun Jahren das Portal Fabchannel, auf dem sich (noch) zahlreiche Konzertmitschnitte von vielen Independent-Künstlern und wenigen Stars anschauen lassen. Bis zum Schluss war es nicht möglich, genug Plattenfirmen zu gewinnen. Warum es für die Labels Irrsinn ist, ein solches Portal nicht angemessen zu unterstützen, fasst SpiegelOnline treffend zusammen:
Livekonzerte gelten als eine der letzten Cash-Cows der gebeutelten Musikbranche, Internetkonzerte als noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeit, online mit Musik noch ein Geschäft zu machen. Das hat Fabchannel nun neun Jahre lang versucht. Die Labels nicht.
So, liebe Plattenlabels, müsst ihr euch nicht wundern, wenn euch der Markt nach und nach wegbricht. Wer über so lange Zeit den äußerst deutlichen Willen der Kunden ignoriert, der kann nicht erwarten, dass sie ihm die Treue halten.






