Weltenkreuzer

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DGS: Unsicherheit als politisches Instrument

Wie schafft es eine Regierung, der Bevölkerung oder einem bes­timmten gesellschaftlichen Sys­tem (Wis­senschaft, Gesund­heit…) eine neue Struk­tur zu geben, alte Struk­turen  aufzubrechen und Wan­del zu insti­tu­tion­al­isieren? Patrick Le Galès zeigt am Beispiel der Refor­men in Großbri­tan­nien auf, wie die kon­tinuier­liche Erzeu­gung von Unsicher­heit als poli­tis­ches Instru­ment einge­setzt wer­den kann. Er weist dabei ins­beson­dere auf die Rolle von Bürokra­tien hin, die die Ergeb­nisse von beispiel­sweise Uni­ver­sitäten beobachten und die mehreren Hun­dert Indika­toren auf wenige, leicht kom­mu­nizier­bare Werte reduziert. Dabei wird ein gutes Abschnei­den in diesen Indika­toren und Ran­glis­ten belohnt und ein schlechtes sanktioniert.

Auf diese Weise wird der Wan­del von einer Radikalkur zu einem langsamen Prozess und es wer­den Anreize geschaf­fen, sich den neuen Struk­turen gradu­ell anzu­passen. Selbst Kri­tiker der neuen Struk­turen wer­den durch die enge Verknüp­fung mit der Finanzierung dazu motiviert, die neuen Regeln zu übernehmen. Der ständige Wan­del der Indika­toren und Bew­er­tungskri­te­rien führt zu einer andauern­den Unsicher­heit, die ver­hin­dert, dass sich langfristige Pla­nung ent­lang alter Muster etablieren kann. Vielmehr wird ständige Anpas­sung gefordert, die ger­ade die Übernahme des Mark­tgedanken fördert.

Dabei erscheint diese Anpas­sung durch die rhetorische Verknüp­fung mit Ran­glis­ten und “best prac­tices” zu einer Fik­tion der Ratio­nal­ität und Unauswe­ich­lichkeit, so dass das “ob?” der aktuellen Entwick­lung nicht mehr hin­ter­fragt wird, son­dern nur noch das “wie?” disku­tiert wird, wer­den auf diese Weise gle­ichzeitig Kon­flikte vermieden.

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