Weltenkreuzer

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DGS: Netzwerkgesellschaft mal anders

Die “Net­zw­erkge­sellschaft” ist mit­tler­weile ein Schlag­wort, das immer wieder ver­wen­det wird, um die mod­erne Gesellschaft zu charak­ter­isieren. Waren-, Personen-, Kap­i­tal– und Kom­mu­nika­tion­sströme verbinden Men­schen und Organ­i­sa­tio­nen auf der ganzen Welt und schaf­fen so Net­zw­erke, die die aktuelle gesellschaftliche Entwick­lung prä­gen. Eine andere Per­spek­tive auf den Begriff hat Boris Holzer in seinem Vor­trag vorgestellt. Er schlägt vor, den Begriff auf einen bes­timmten Typus von Gesellschafts– und Wirtschaftssys­tem anzuwen­den, in dem per­sön­liche Net­zw­erke das wichtig­ste Mit­tel für gesellschaftliches Han­deln sind — zen­trale Beispiele sind hier die chi­ne­sis­chen Guanxi-Netzwerke und die Dom­i­nanz per­sön­licher Net­zw­erke in vie­len post­sozial­is­tis­chen Trans­for­ma­tion­sstaaten. Eine span­nende Überlegung, die den Begriff “Net­zw­erkge­sellschaft” von einem Schlag­wort, das wenig empirische Unter­schei­dungskraft enthält, zu einem kat­e­go­ri­alen Begriff machen, der es erlaubt, ver­schiedene For­men (post-)moderner Gesellschaftssys­teme zu unter­schei­den. Ins­beson­dere Wirtschaft­skreis­läufe außer­halb des klas­sis­chen Wirtschafts– und Ver­wal­tungssys­tems kön­nen auf diese Weise the­o­retisch erfasst und konzip­iert werden.

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