Mal wieder ist ein TED-Vortrag, der mich zu einem weiteren Beitrag über das Denken und Empfinden des Menschen veranlasst. Der Begründer der Verhaltensökonomik (Behavioral Economics), Daniel Kahneman, präsentiert darin einige spannende Gedanken darüber, wie sich das konkrete, in dem Moment erlebte, Glück und das erinnerte Glück und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben auseinanderdriften.
(Deutsche Untertitel verfügbar: View Subtitles –> German)
Dazu unterscheidet er zwischen dem empfindenden und dem erinnernden Ich. Während das Eine sich auf die spezifischen, in einem konkreten Moment empfundenen Emotionen bezieht, stellt das Andere die Erinnerungen und die nachträgliche Einschätzung von Ereignissen und Emotionen dar. Dass beide keineswegs derselben Logik folgen, legt er an einem sehr einfachen Beispiel dar:
Fall 1: Eine schmerzhafte medizinische Untersuchung dauert fünf Minuten und endet kurz nach dem Moment des höchsten Schmerzes.
Fall 2: Dieselbe Behandlung dauert nun zehn Minuten. Die ersten fünf verlaufen genau so, wie in Fall 1, es folgt dann jedoch noch ein wenig leichter Schmerz.
Befragt man nun Menschen, die sich einer der beiden Behandlungen unterzogen haben, empfinden diejenigen, die Behandlung 2 erfahren haben, die gesamte Prozedur als angenehmer! Obwohl sie in Summe deutlich mehr Schmerz empfunden haben und auch ihr höchster Schmerz nicht unter dem der anderen Gruppe lag, bewerten sie diesen Schmerz deutlich weniger negativ. Stattdessen führt das sanfte Auslaufen am Ende dazu, dass sie sich an den abklingenden Schmerz erinnern und die schlimmsten Momente in den Hintergrund rücken.
Spannende Ideen, mit denen Kahneman mal wieder die einfachen Vorstellungen über den Menschen, die leider noch in vielen Wissenschaften vorherrschen, widerlegen kann.
(Quelle: ted.com)

Ein Kommentar bisher
04:13 Uhr
Das kann ich nur bestätigen. Ich will die Resultate versuchen etwas zu transferieren.
Radikale Veränderungen im Leben scheinen viel gravierender im Gedächtnis zu haften als langsame, schleichende…
Ich bitte darum alle, geplante Änderungen evtl. zeitnaher und ehrlicher zu kommunizieren, im Interesse der anderen Menschen!
So eine Kommunikation könnte man auch als “fairere” Kommunikation bezeichnen…
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