Weltenkreuzer

Gedanken und Fundstücke aus all meinen Welten

Fassungslos

Ein Feuer­wehrmann, der ein Kind aus einem bren­nen­den Haus ret­tet, ist ein Held. Wenn er sich dabei selbst ver­brennt, ist er ein noch größerer Held. Wenn er dabei sogar selbst um’s Leben kommt, ver­leiht man ihm pos­tum einen Orden nach dem anderen.

Ein Aktivist, der Men­schen in Kriegs­ge­bi­eten dabei hilft, ihre Geschichten zu erzählen, wird nicht wahrgenom­men. Wenn er das Leid, das er tagein, tagaus miter­leben muss, nicht mehr ertra­gen kann, ist er “nicht gesund”. Und wenn er sich “erdreis­tet”, darüber zu reden, muss er sich auf dem Klo ver­stecken um zu weinen, weil er Angst vor Angrif­fen hat.

ICH FASSE ES NICHT! Ich kann ein­fach nicht begreifen, dass Men­schen, die ihr psy­chis­ches Wohl für eine gute Sache riskieren und opfern, solchen Undank ern­ten! Psy­chis­che Ver­let­zun­gen sind min­destens(!) so schlimm, wie kör­per­liche. Sie sind nicht “einge­bildet” oder ein Zeichen für Schwäche! Wer sie in Kauf nimmt, um anderen zu helfen, hat genau densel­ben Respekt und dieselbe Unter­stützung ver­di­ent, wie der oben beschriebene Feuerwehrmann!

Skoobe: Die erste deutsche eBook-Flatrate

skoobe

Vor eini­gen Wochen überraschten Ber­tels­mann und die Ver­lags­gruppe Holtzbrinck mit der Mel­dung, eine neuar­tige eBook-Flatrate auf den Markt zu brin­gen. Es kommt schon ziem­lich überraschend, wenn deutsche Ver­lage in Deutsch­land mit einer Idee im Bere­ich eBooks schneller sind, als der in den USA dominierende Pio­nier Ama­zon. Also schnell die entspreche App auf mein iPad geladen und mich mal ein wenig umgeschaut: Für die ersten 10.000 Anmel­dun­gen gab es das Ange­bot, für ein Jahr und 10€ pro Monat beliebig viele Bücher aus dem Kat­a­log von Skoobe auszulei­hen. Ein kurzer Blick in den Kat­a­log zeigte, dass mit Heyne, Blan­valet und Bastei Lübbe auch Ver­lage an Bord sind, auf die der geneigte Fan­tasy– und Science-Fiction-Leser nicht verzichten kann, und so klickte ich mich schnell zur Anmeldung.

Screenshot des Skoobe-KatalogsEin etwas umfassenderes Rum­stöbern im Kat­a­log ergab dann zwar, dass nur ein kleiner Teil des Ange­bots der entsprechen­den Ver­lage ver­füg­bar ist, aber immer noch mehr als genug, um mich über Monate hin­weg zu beschäfti­gen. So lan­dete in den näch­sten Wochen ein Buch nach dem anderen auf meinem Pad und wurde flux wegge­le­sen: von Con­nie Willis über Neil Gaiman bis hin zu Brent Weeks. Aktuelle Romane ebenso wie mod­erne Klas­siker. Super. Skoobe hatte es zum ersten Mal geschafft, mich von deutschen eBooks zu überzeu­gen. Vorher war mir das alles zu umständlich und vor allem zu teuer: da hielt ich mich doch lieber an englis­chsprachige Bücher. Mit Skoobe machen auch deutsche eBooks auf ein­mal Spaß.

Die App ist im Grunde nichts Beson­deres: Ein Kat­a­log mit aktuell knapp 6500 Roma­nen, sowie zahlre­ichen Sach­büch­ern und Rat­ge­bern kann durch­stöbert wer­den und Leseproben ste­hen auf Fin­ger­druck bereit. Gefällt mir ein Buch, kann ich es sofort run­ter­laden und anfan­gen zu lesen. Allerd­ings sind die Möglichkeiten, sich in dem Kat­a­log zu bewe­gen, noch sehr eingeschränkt: Man kann einzelne Gen­res ansur­fen und inner­halb dieser dann nach Erschei­n­ungs­da­tum (inner­halb Skoobes), Beliebtheit und Benutzer­be­w­er­tun­gen sortieren. Diese Art der Nav­i­ga­tion stößt allerd­ings bere­its bei dem aktuellen Kat­a­log (der bisher jede Woche um gut 30 Bücher erweit­ert wurde) an Grenzen.

Screenshot der BuchanzeigeDer Leseteil der App erin­nert mich sehr an den der Kindle-App und hat eigentlich kaum Macken. Beson­ders gelun­gen finde ich, dass Skoobe an einer Anzeige von Seiten­zahlen fes­thält, die allerd­ings anders als beim Sony-Reader und auch beim Kin­dle, Bild­schirm­seiten entsprechen und sich eben anpassen, wenn man die Schrif­tart ändert. Klein, aber fein.

Der eingeschränkte Kat­a­log ist für mich bisher noch abso­lut kein Prob­lem. Selbst hier gibt schon zu viele neue und inter­es­sante Bücher, als dass man auch nur mit den Neuer­schei­n­un­gen mithal­ten kön­nte. Mir fehlt aber bis­lang die Möglichkeit, auch englis­che Bücher auszulei­hen, die noch nicht übersetzt wur­den. Aber das wird so schnell wohl lei­der nicht passieren.

Ich bin mal ges­pannt, wie lange Skoobe für mich inter­es­sant sein wird. Das Ange­bot beliebig viele Bücher pro Monat auszulei­hen war wie gesagt auf die ersten 10.000 Anmel­dun­gen und das erste Jahr beschränkt. Danach soll die Zahl auf 2 pro Monat gesenkt wer­den. 5€ pro Buch wären mir für eine reine Ausleihe dann doch zu teuer. Dafür bekomme ich englis­che eBooks gekauft und oft sogar ohne DRM.

25+ Artikel über Introversion

intro

I have a nice plan von Tolga Kostak

Nach­dem ich in den let­zten Wochen so einige Texte zum Thema “Intro­ver­sion” gele­sen habe, möchte ich euch an dieser Stelle die Ergeb­nisse meiner Recherche nicht voren­thal­ten. Da diese Texte für jeden von euch jedoch etwas Anderes bedeuten kön­nen, will ich sie an dieser Stelle nicht zusam­men­fassen, son­dern struk­turi­ert verlinken.

Zum Ein­stieg und um erst­mal eine Idee davon zu bekom­men, was “Intro­ver­sion” eigentlich bedeutet, hier ein sehr span­nen­der Vor­trag (~20 Minuten) von Susan Cain:

Weit­ere Grund­la­ge­nar­tikel findet ihr hier:

Und einen “Kurztest” gibt es hier:

Beson­ders auf­fal­l­end an intro­vertierten Men­schen ist, der Umstand, dass sie aus der Inter­ak­tion mit Anderen keine Energie ziehen, wie Extro­verts, son­dern dass sie Zeit alleine brauchen, um die Akkus wieder aufzuladen:

In einer Welt, in der es in erster Linie darauf ankommt, mit Men­schen zu inter­agieren, in Grup­pen zu funk­tion­ieren und sich aktiv durchzuset­zen, fühlen sie sich dementsprechend unwohl:

Dabei ist Intro­ver­sion keineswegs mit Schüchtern­heit gleichzusetzen:

Da sie große Grup­pen, wie sie heute in den meis­ten Kon­tex­ten nor­mal sind, anstren­gen, brauchen sie eigene Wege, Kon­takte und Net­zw­erke zu knüpfen:

Dabei sind Intro­verts keineswegs “unsozial” und mei­den andere Men­schen, sie legen lediglich mehr wert auf inten­sive Gespräche in kleinen Grup­pen als auf Action in großen:

Auch im geschäftlichen Bere­ich kön­nen Intro­verts erfol­gre­ich sein, wenn sie ihre Stärken ausspielen:

Da der Umgang mit Intro­verts für Extro­vertierte nicht immer ein­fach ist, gibt es auch hier einige Tipps und Hinweise:

Eine ständig aktu­al­isierte Liste von Links, die ihr auch per RSS abon­nieren könnt, gibt es von mir bei pinboard.in

Wer jetzt noch mehr Mate­r­ial braucht oder will, der wird hier fündig:

Links zum Wochenende I

Da ich immer über extrem viele Links stolpere, die mir keinen eige­nen Beitrag wert sind, die ich aber auch nicht nur der flüchti­gen Twitter-Timeline anver­trauen will, hier die erste Aus­gabe von Links zum Wochenende:

Inter­net und Medien

Leben und Denken

Schönes

Brauchen und Wollen

Wer kennt das nicht, im Elek­tro­markt, der Buch­hand­lung oder dem Schuhgeschäft zu ste­hen und zu denken: “Das brauche in uuu­unbe­d­ingt!” — und dann bleiben die CDs im Regal, das Buch auf dem Stapel oder die Schuhe im Schrank . Irgend­wann denkt man sich dann vielle­icht: “Hm, das wollte ich wohl eher, als dass ich es brauche” und hat sich mal wieder dabei ertappt:: “Wir kaufen uns Dinge, die wir nicht brauchen, um Leute zu beein­drucken die wir nicht mögen, mit Geld, das wir nicht haben.”

Erin Han­son hat dieses Prob­lem nun auf ihrer Inter­net­seite Recov­er­ing  Lazy­holic in eine ein­fache aber tre­f­fende Bild­sprache übersetzt: Need to Want Less.