Vor einigen Wochen überraschten Bertelsmann und die Verlagsgruppe Holtzbrinck mit der Meldung, eine neuartige eBook-Flatrate auf den Markt zu bringen. Es kommt schon ziemlich überraschend, wenn deutsche Verlage in Deutschland mit einer Idee im Bereich eBooks schneller sind, als der in den USA dominierende Pionier Amazon. Also schnell die entspreche App auf mein iPad geladen und mich mal ein wenig umgeschaut: Für die ersten 10.000 Anmeldungen gab es das Angebot, für ein Jahr und 10€ pro Monat beliebig viele Bücher aus dem Katalog von Skoobe auszuleihen. Ein kurzer Blick in den Katalog zeigte, dass mit Heyne, Blanvalet und Bastei Lübbe auch Verlage an Bord sind, auf die der geneigte Fantasy– und Science-Fiction-Leser nicht verzichten kann, und so klickte ich mich schnell zur Anmeldung.
Ein etwas umfassenderes Rumstöbern im Katalog ergab dann zwar, dass nur ein kleiner Teil des Angebots der entsprechenden Verlage verfügbar ist, aber immer noch mehr als genug, um mich über Monate hinweg zu beschäftigen. So landete in den nächsten Wochen ein Buch nach dem anderen auf meinem Pad und wurde flux weggelesen: von Connie Willis über Neil Gaiman bis hin zu Brent Weeks. Aktuelle Romane ebenso wie moderne Klassiker. Super. Skoobe hatte es zum ersten Mal geschafft, mich von deutschen eBooks zu überzeugen. Vorher war mir das alles zu umständlich und vor allem zu teuer: da hielt ich mich doch lieber an englischsprachige Bücher. Mit Skoobe machen auch deutsche eBooks auf einmal Spaß.
Die App ist im Grunde nichts Besonderes: Ein Katalog mit aktuell knapp 6500 Romanen, sowie zahlreichen Sachbüchern und Ratgebern kann durchstöbert werden und Leseproben stehen auf Fingerdruck bereit. Gefällt mir ein Buch, kann ich es sofort runterladen und anfangen zu lesen. Allerdings sind die Möglichkeiten, sich in dem Katalog zu bewegen, noch sehr eingeschränkt: Man kann einzelne Genres ansurfen und innerhalb dieser dann nach Erscheinungsdatum (innerhalb Skoobes), Beliebtheit und Benutzerbewertungen sortieren. Diese Art der Navigation stößt allerdings bereits bei dem aktuellen Katalog (der bisher jede Woche um gut 30 Bücher erweitert wurde) an Grenzen.
Der Leseteil der App erinnert mich sehr an den der Kindle-App und hat eigentlich kaum Macken. Besonders gelungen finde ich, dass Skoobe an einer Anzeige von Seitenzahlen festhält, die allerdings anders als beim Sony-Reader und auch beim Kindle, Bildschirmseiten entsprechen und sich eben anpassen, wenn man die Schriftart ändert. Klein, aber fein.
Der eingeschränkte Katalog ist für mich bisher noch absolut kein Problem. Selbst hier gibt schon zu viele neue und interessante Bücher, als dass man auch nur mit den Neuerscheinungen mithalten könnte. Mir fehlt aber bislang die Möglichkeit, auch englische Bücher auszuleihen, die noch nicht übersetzt wurden. Aber das wird so schnell wohl leider nicht passieren.
Ich bin mal gespannt, wie lange Skoobe für mich interessant sein wird. Das Angebot beliebig viele Bücher pro Monat auszuleihen war wie gesagt auf die ersten 10.000 Anmeldungen und das erste Jahr beschränkt. Danach soll die Zahl auf 2 pro Monat gesenkt werden. 5€ pro Buch wären mir für eine reine Ausleihe dann doch zu teuer. Dafür bekomme ich englische eBooks gekauft und oft sogar ohne DRM.