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	<title>Weltenkreuzer &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Gedanken und Fundstücke aus all meinen Welten</description>
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		<title>Klassenkampf mit Günter Wallraff</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 18:19:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Montag war Günter Wallraff bei uns in der Uni zu Gast. Nachdem der ehemalige DGB-Vorsitzende der Region Oldenburg/Wilhelmshaven mit einer kämpferischen Ansprache den Ton für den Rest des Abends vorgab, kam die sozialwissenschaftliche Absolution für Günter Wallraffs Recherchemethoden wesentlich leiser und (leider) soziologie-typisch unnötig verschwurbelt daher. Meine Hoffnung, dass auf diese beiden einleitenden Passagen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag war <a href="http://www.guenter-wallraff.com/">Günter Wallraff</a> bei uns in der Uni zu Gast. Nachdem der ehemalige DGB-Vorsitzende der Region Oldenburg/Wilhelmshaven mit einer kämpferischen Ansprache den Ton für den Rest des Abends vorgab, kam die sozialwissenschaftliche Absolution für Günter Wallraffs Recherchemethoden wesentlich leiser und (leider) soziologie-typisch unnötig verschwurbelt daher. Meine Hoffnung, dass auf diese beiden einleitenden Passagen eine prägnante und reflektierte Gesellschaftsdiagnose Wallraffs folgen würde, wurde leider auch enttäuscht.</p>
<p>Wallraff berichtet von seinen Recherchen, den Arbeitsbedigungen bei einem Lidl-Backwaren-Zulieferer oder in unterschiedlichen Call-Centern. Er beschreibt seine Zeit als Obdachloser auf den Straßen Europas, die Zustände in einer besonders skandalösen Notschlafstelle und seinen Kampf um die Schließung dieses ehemaligen Bunkers. Dabei erzählt er unterhaltsam und konnte auch bei mir die Empörung über diese Zustände wecken.</p>
<p>Durch diese Nähe, die Wallraff zu den Menschen, die unter solchen Umständen Leben und Arbeiten müssen, aufbaut, verliert er jedoch leider den reflektierten und einordnenden Blick für das Ganze. Während er ein sehr differenziertes Bild der sozial Schwachen in den von ihm beschriebenen Extremfällen zeichnet, springt er aus dieser Beschreibung sehr schnell und sehr pauschal zu einer Bewertung unserer aktuellen Gesellschaft.</p>
<p>Dabei bedient er sich &#8211; bewusst oder unbewusst &#8211; des Tricks, von der Seite, für die er Sympathien wecken will, ein sehr differnziertes Bild zu zeichnen, während &#8220;die Bösen&#8221; sehr holzschnittartig und pauschal abqualifiziert werden. So beschreibt er beispielsweise sehr eindrucksvoll, wie die Mitarbeiter in Call Centern durch sozialen Druck dazu motiviert werden, sich an den betrügerischen Machenschaften zu beteiligen, qualifiziert Manager aber pauschal ab. Dass auch diese sozialem Druck unterliegen und hier dieselben Mechanismen wirken, die bei den &#8220;Schwachen&#8221; als Entschuldigung dienen, lässt er einfach mal unter den Tisch fallen.</p>
<p>Wallraff hat sich bei dieser Veranstaltung als braver Klassenkämpfer und Unterstützer der linken Sache produziert. Er kämpft weiter die Kämpfe der Industriegesellschaft zwischen ausgebeuteten Arbeitern und Arbeitnehmern und den ausbeutenden Managern. Zukunftsperspektiven oder neue Formen der Arbeit spielen hier keine Rolle. Er bedient das Publikum mit dem, was es erwartet: Bestätigung für die eigene Schwarz-Weiß-Weltsicht. Und erntet entsprechend vorhersehbaren Applaus für vorhersehbare Parolen.</p>
<p>Damit wird auch deutlich, was Wallraff selbst im Laufe der Veranstaltung zugegeben hat: Das Abstrakte ist nicht seine Sache. Er ist gut darin, konkrete Missstände aufzudecken, Anekdoten zu erzählen und im Einzelfall für die Rechte Schwacher zu kämpfen. Als reflektierter und reflektierender Analytiker unserer Gesellschaft taugt er (leider) weniger.</p>
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		<title>Links zum Wochenende I</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 09:53:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Schönes]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich immer über extrem viele Links stolpere, die mir keinen eigenen Beitrag wert sind, die ich aber auch nicht nur der flüchtigen Twitter-Timeline anvertrauen will, hier die erste Ausgabe von Links zum Wochenende:
Internet und Medien

BuzzMachine (Jeff Jarvis): Germany, what have you done?
FAZ.net (Stefan Niggemeier): Was willst du mit dem iPad, sprich!
Börsenblatt.net: &#8220;Wer keine Aufmerksamkeitsstörung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich immer über extrem viele Links stolpere, die mir keinen eigenen Beitrag wert sind, die ich aber auch nicht nur der flüchtigen Twitter-Timeline anvertrauen will, hier die erste Ausgabe von Links zum Wochenende:</p>
<h3>Internet und Medien</h3>
<ul>
<li>BuzzMachine (Jeff Jarvis): <a href="http://www.buzzmachine.com/2010/11/02/germany-what-have-you-done/">Germany, what have you done?</a></li>
<li>FAZ.net (Stefan Niggemeier): <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc%7EE2FF6370192114CDCA79B427AE38D8D4E%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Was willst du mit dem iPad, sprich!</a></li>
<li>Börsenblatt.net: <a href="http://www.boersenblatt.net/403445/">&#8220;Wer keine Aufmerksamkeitsstörung hat, kann sie sich durch Multitasking antrainieren&#8221;</a></li>
<li>Under skull and Bones: <a title="Permanentlink zu Der JMStV im Internet – Eine ausführliche Darlegung der Pflichten und Folgen" rel="bookmark" href="http://politik.benjamin-stoecker.de/2010/11/08/der-jmstv-im-internet-eine-ausfuhrliche-darlegung-der-pflichten-und-folgen/">Der JMStV im Internet – Eine ausführliche Darlegung der Pflichten und Folgen</a></li>
</ul>
<h3>Leben und Denken</h3>
<ul>
<li>zenhabits (Katie Tallo): <a href="http://zenhabits.net/momentum/">How to Harness the Power of Momentum</a></li>
<li>99% (Scott Belsky): <a href="http://the99percent.com/articles/6947/what-happened-to-downtime-the-extinction-of-deep-thinking-sacred-space">What Happened to Downtime?</a></li>
<li>Green: <a href="http://green.blogs.nytimes.com/2010/11/10/a-sequel-to-the-story-of-stuff/?partner=rss&amp;emc=rss">The Story of Stuff 2.0: An E-Waste Sequel</a></li>
</ul>
<h3>Schönes</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.typomaps.net/">Typomaps</a></li>
</ul>
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		<title>Treuhand-Murks</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 16:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal hat es auch etwas Gutes, wenn man mit einer Erkältung auf dem Sofa liegt und sich wild durch das Vorabendprogramm zappt: Bei 3Sat bin ich gerade bei einer äußerst spannenden Dokumentation darüber hängen geblieben, wie die Privatisierungspolitik der Treuhandanstalt nach der Wiedervereinigung zu der jetzigen desolaten wirtschaftlichen Lage in den neuen Bundesländern maßgeblich beigetragen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal hat es auch etwas Gutes, wenn man mit einer Erkältung auf dem Sofa liegt und sich wild durch das Vorabendprogramm zappt: Bei <a href="http://www.3sat.de">3Sat</a> bin ich gerade bei einer <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1137852/Frontal21-Dokumentation:-Beutezug-Ost">äußerst spannenden Dokumentation</a> darüber hängen geblieben, wie die Privatisierungspolitik der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt">Treuhandanstalt</a> nach der Wiedervereinigung zu der jetzigen desolaten wirtschaftlichen Lage in den neuen Bundesländern maßgeblich beigetragen hat. Hier ein paar zentrale Aussagen:</p>
<ul>
<li>DDR-Banken wurden trotz vom Bund garantierter ausstehender Kredite in Milliardenhöhe für teilweise zweistellige Millionenbeträge an westdeutsche Banken verschachert.</li>
<li>Westdeutsche Unternehmen haben teilweise den Marktzugang für ostdeutsche Unternehmen massiv behindert.</li>
<li>“Fiktive” Staatskredite, die in erster Linie der Steuerung der DDR-Wirtschaft dienten und deren Zinsen vom Zentralstaat bezahlt wurden, wurden übergangslos in Schulden umgewandelt, die die Unternehmen selber finanzieren mussten. Bei Privatbanken. Und vermutlich denselben, die für Spottpreise an westdeutsche Banken gegangen sind.</li>
<li>Der 1:1-Umtausch von DDR- in Deutsche Mark machte Löhne und Schulden für ostdeutsche Unternehmen nahezu unbezahlbar.</li>
<li>Die Politik der Treuhand sah anscheinend nur zwei Möglichkeiten für einen ehemaligen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volkseigener_Betrieb">VEB</a>: An ein westdeutsches Unternehmen verkaufen oder abwickeln. Das entscheidende Kriterium bei der Entscheidung wahr wohl ausschließlich der zukünftig zu erwartende Ertrag. Bestehendes Vermögen (Immobilien etc.) spielte keine Rolle. So konnte ein westdeutscher Unternehmer einen Berliner Heizungsanlagenbauer für zwei Millionen Euro aufkaufen und dessen Immobilien für mehr als 100 Millionen wieder veräußern.</li>
<li>Durch die Masse an Unternehmen und das schnelle Handeln der Treuhand war eine Kontrolle der Käufer anscheinend faktisch nicht.</li>
</ul>
<p>Ich hab keine Ahnung, ob Helmut Kohl den Friedensnobelpreis vielleicht verdient hätte, den Wirtschaftsnobelpreis würde er dafür sicherlich nicht bekommen.</p>
<p>Aber am besten, ihr schaut euch das Ganze selber an: <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1137852/Frontal21-Dokumentation:-Beutezug-Ost">Beutezug Ost</a></p>
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		<title>Armut kennt viele Geschichten &#8211; Gl&#252;ck auch</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 19:04:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Über @ApfelMuse bin ich auf ein nachdenkliches Video von Isabel Prahl von der Kunsthochschule für Medien in Köln gestoßen:



&#160;
Dabei liegt eine negative Interpretation auf der Hand: Das Leben des Jungen scheint alles andere als schön aber es gelingt ihm durch viele Euphemismen, dies zu verheimlichen. Eine weitere Message des Videos ist vielleicht nicht so offensichtlich, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über <a href="https://twitter.com/ApfelMuse">@ApfelMuse</a> bin ich auf ein nachdenkliches Video von Isabel Prahl von der <a href="http://www.khm.de/">Kunsthochschule für Medien</a> in Köln gestoßen:</p>
<div style="padding-bottom: 0px; margin: 0px; padding-left: 0px; padding-right: 0px; display: inline; float: none; padding-top: 0px" id="scid:5737277B-5D6D-4f48-ABFC-DD9C333F4C5D:43388828-5a78-448a-98d7-d66a4a6ff31e" class="wlWriterEditableSmartContent">
<div><object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JcduCWhCQ-8&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xd0d0d0&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1&amp;hl=en"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/JcduCWhCQ-8&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xd0d0d0&amp;hl=en_US&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1&amp;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355"></embed></object></div>
</div>
<p>&#160;</p>
<p>Dabei liegt eine negative Interpretation auf der Hand: Das Leben des Jungen scheint alles andere als schön aber es gelingt ihm durch viele Euphemismen, dies zu verheimlichen. Eine weitere Message des Videos ist vielleicht nicht so offensichtlich, aber auf der individuellen Ebene stellt es schön dar, wie selbst der tristeste Tag in den Gedanken und der Sprache zu einem Traum werden kann, der andere neidisch macht. Getreu dem Motto “Pain is inevitable. Suffering is optional” (“Schmerz ist unvermeidlich. Leiden ist freiwillig”), ist das, wie wir unser Leben und unsere Erlebnisse wahrnehmen und bewerten, unsere ureigene Entscheidung. Der Junge im Film könnte gedrückt aus seinem Leben erzählen, aber er entscheidet sich für eine positive Interpretation seiner Erlebnisse. Natürlich würde ich niemals sagen “Ist doch alles nur eine Frage der Wahrnehmung. Dem geht es doch nicht schlecht.” Aber für die von uns, denen es im Grunde ganz gut geht, die wir das nötigste zum Leben haben, ein Dach über dem Kopf, liebe Menschen um uns herum und das Gefühl, ein wertvoller Bestandteil unserer Gesellschaft zu sein, kann dieser Film als Erinnerung daran dienen, das Leid und Schmerzen in uns entstehen und wir ihnen nicht machtlos gegenüberstehen.</p>
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		<title>Wir sind Helden: Musikkarriere und Familie</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 21:21:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schönes]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ja schon seit Langem ein großer Fan von Wir sind Helden und war entsprechend gespannt auf das neue Album Bring mich nach Hause, das vor ein paar Tagen endlich erschienen ist. Nachdem ich von Soundso&#160;nicht wirklich begeistert war, war ich auch hier beim ersten, zweiten und dritten nebenbei Hören skeptisch. Aber wenn man ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja schon seit Langem ein großer Fan von Wir sind Helden und war entsprechend gespannt auf das neue Album <em><a href="http://www.simfy.de/#/artists/72080-Wir-Sind-Helden/albums/625833-Bring-mich-nach-Hause">Bring mich nach Hause</a></em>, das vor ein paar Tagen endlich erschienen ist. Nachdem ich von <em><a href="http://www.amazon.de/gp/product/B000PFU5Y6?ie=UTF8&amp;tag=diekritisches-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B000PFU5Y6">Soundso</a>&#160;</em>nicht wirklich begeistert war, war ich auch hier beim ersten, zweiten und dritten nebenbei Hören skeptisch. Aber wenn man mal auf die Texte achtet und die Musik ein wenig genauer auf sich wirken lässt, können die Helden hier doch wieder wirklich gefallen. Wesentlich weniger fröhlich und aufgedreht sondern nachdenklich und melancholisch entführen sie einen in ihre musikalischen Sprachspiele. Über die Hintergründe des neuen Stils und die Frage, wie man eine Tour mit insgesamt drei Kindern vereinbart, gibt es jetzt bei SpiegelOnline eine äußerst interessante Kurzreportage: <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,714931,00.html">Stillen oder Zugabe</a></em>.</p>
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		<title>Hom&#246;opathisches Placebo</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 08:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Aktuell wird ja mal wieder heiß über Homöopathie diskutiert und gefordert, gesetzliche Krankenkassen dürften entsprechende Behandlungen nicht länger bezahlen. Das Argument dafür ist ganz einfach: So wird angeführt (ob es stimmt oder nicht, kann ich nicht fundiert sagen), es gebe keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen belegen. Zudem sei bis heute keine wissenschaftliche ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aktuell wird ja mal wieder heiß über Homöopathie diskutiert und gefordert, gesetzliche Krankenkassen dürften entsprechende Behandlungen nicht länger bezahlen. Das Argument dafür ist ganz einfach: So wird angeführt (ob es stimmt oder nicht, kann ich nicht fundiert sagen), es gebe keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen belegen. Zudem sei bis heute keine wissenschaftliche Grundlage für die Wirkweise homöopathischer Behandlungen bekannt. Während man letzteres Argument recht einfach mit &quot;man wusste auch lange nicht, warum Aspirin wirkt&quot; widerlegen kann, wiegt das Problem der bisher nicht nachgewiesenen Wirksamkeit schwerer. </p>
<p>Betrachtet man es jedoch genauer, wird genau daraus jedoch ein Argument, warum solche Behandlungen eben doch ihre Berechtigung haben. Studien zu der Wirksamkeit medizinischer Behandlungen beziehen sich in ihrer Bewertung nämlich nicht auf die Frage &quot;Wirkt es oder wirkt es nicht?&quot;, sondern auf die Frage &quot;Wirkt es besser als ein Placebo?&quot;. Die zitierten Studien weisen demnach wohl nach, dass homöopathische Mittel nicht besser wirken, als ein Placebo. Den Wirkungsgrad eines solchen erreichen sie aber anscheinend schon. Was sagt uns das jetzt über das Verhältnis von Schulmedizin und Homöopathie (ebenso wie anderen alternativen Heilmethoden) und ob Kassen solche Behandlungen tragen sollten? </p>
<p>Pure Placebo-Behandlungen sind in unserem Gesundheitssystem schwer umzusetzen, weil der Patient natürlich ein Recht darauf hat, zu wissen, was er verschrieben bekommt und welche Inhaltsstoffe darin enthalten sind. Weiß er jedoch, dass er nur ein Placebo bekommt, lässt dessen Wirkung nach, weil diese gerade auf dem Glauben besteht, ein wirksames Medikament zu bekommen. Alternative Heilmethoden bieten hier auch dem Skeptiker eine elegante Möglichkeit: Sie bieten ein fest etabliertes Glaubenssystem, in dem der Patient glaubt, dass das, was er verschrieben bekommt, ein wirksames Medikament ist. Dann setzt der Placebo-Effekt ein und das Medikament wirkt tatsächlich. Warum genau, mag dann für den Wissenschaftler interessant sein, nicht aber für den Patienten. Auf diese Weise eröffnet sich der (Schul-)Medizin eine neue Behandlungsmöglichkeit, die ihr vorher nicht offen stand &#8211; die Behandlung mit (aus ihrer Sicht) Placebos. </p>
<p>Gefährlich und unvernünftig wird das erst dann, wenn alternative Heilmethoden als Ersatz für eine wichtige schulmedizinische Behandlung eingesetzt werden. Wenn sie als Ergänzung angewandt oder dann durchgeführt werden, wenn eine Behandlung mit herkömmlichen Methoden (mit all ihren potenziellen Nebenwirkungen) nicht unbedingt notwendig ist (Erkältung, Kopfschmerzen) oder nicht zum Erfolg führt (Rückenschmerzen, Allergien), stellt sie in meinen Augen eine gute und wichtige Ergänzung dar. Gerade auch bei Krankheiten, die über eine psychosomatische Komponente verfügen. </p>
<p>Artikel zum Weiterlesen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/07/schuttelfrust-homoopathie-im-spiegel.php">Plazeboalarm: Schüttelfrust: Homöopathie im SPIEGEL</a></li>
<li><a href="http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/07/homoopathie-demnachstirgendwann-keine-kassenleistung-mehr.php">Plazeboalarm: Homöopathie demnächst irgendwann keine Kassenleistung mehr?</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/wissen/2010-07/homoeopathie-therapie-wirkung">Die Zeit: Wie Glaube und Zufall heilen</a></li>
<li><a href="http://www.zeit.de/politik/2010-07/homoeopathie-streit-wirkung">Die Zeit: Zuckerpille oder Zahnersatz</a></li>
<li><a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/07/12/homoopathie-und-die-deutsche-bahn-im-sommerloch/">Till Westermayer:&#160; Homöopathie und die Deutsche Bahn im Sommerloch</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>manomama: Respekt!</title>
		<link>http://www.weltenkreuzer.de/gesellschaft/manomama-respekt</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 12:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich diese Rubrik leider nach drei Ausgaben 2008 habe einschlafen lassen, will ich sie in Zukunft mal wieder ab und an ausgraben, und euch Menschen oder Unternehmen vorstellen, die in meinen Augen besonderen Respekt verdienen. Heute möchte ich euch daher die neue Augsburger Modefirma manomama kurz vorstellen:
Kleidungsstücke werden heute zumeist am anderen Ende der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich <a href="http://www.weltenkreuzer.de/category/respekt">diese Rubrik</a> leider nach drei Ausgaben 2008 habe einschlafen lassen, will ich sie in Zukunft mal wieder ab und an ausgraben, und euch Menschen oder Unternehmen vorstellen, die in meinen Augen besonderen Respekt verdienen. Heute möchte ich euch daher die neue Augsburger Modefirma <em><a href="http://manomama.de">manomama</a></em> kurz vorstellen:</p>
<p>Kleidungsstücke werden heute zumeist am anderen Ende der Welt unter Einsatz billiger Arbeit, billiger Rohstoffe und vieler Chemikalien produziert. Die Augsburgerin Sina Trinkwalder, lang Zeit Leiterin einer Werbeagentur, wollte sich dies nicht länger ansehen und versucht nun mit <em>manomama</em> saubere Kleidung zu produzieren: von den Rohstoffen über den Umgang mit den Näherinnen bis hin zu einer zentralisierten Produktion in Augsburg. Dementsprechend sieht die Gründerin <em>manomama</em> weniger als klassisches Unternehmen, sondern als “Versuch, etwas zu unternehmen”. Sehr bezeichnend für ihren Einsatz finde ich die folgende Aufforderung auf der Webseite von <em><a href="http://manomama.de/node/59">manomama</a></em>:</p>
<blockquote><p>Besonders wichtig ist uns dabei, dass unsere Näherinnen nicht zu anonymen Fertigerinnen degradiert werden, sondern ihr mit jedem Produkt auf dem Hangtag<b> ein Autogramm</b> bekommt. So wisst ihr nicht nur, <b>wer das neue Lieblingsstück genäht hat,</b> sondern könnt ihr über den darunterstehenden Link auch direkt eine kleine Nachricht zukommen lassen und die <b>Qualität bewerten. </b>&#160;</p>
</blockquote>
<p>Über ihren <a href="http://www.manomama.de/blog/">Blog</a> und per <a href="http://twitter.com/manomama">Twitter</a> erlaubt <em>manomama</em> Kunden und Freunden damit einen Blick hinter die Kulissen.</p>
<p>Respekt Sina und viel Erfolg für dein Unternehmen und deine Idee!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Blo&#223; keine Herausforderung!</title>
		<link>http://www.weltenkreuzer.de/gesellschaft/blo-keine-herausforderung</link>
		<comments>http://www.weltenkreuzer.de/gesellschaft/blo-keine-herausforderung#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 12:18:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Weltenkreuzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir tun einem Menschen nichts gutes, wenn wir ihm jede Herausforderung ersparen. (Joachim Gauck)
Ich habe das Gefühl, dass wir in den letzten Jahren immer mehr dazu übergangen sind, alles möglichst so zu organisieren und zu planen, dass es möglichst einfach wird. Sei es in der Schule oder an der Universität, in der Politik oder den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wir tun einem Menschen nichts gutes, wenn wir ihm jede Herausforderung ersparen. (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=M1ge0Gm5rhI">Joachim Gauck</a>)</p></blockquote>
<p>Ich habe das Gefühl, dass wir in den letzten Jahren immer mehr dazu übergangen sind, alles möglichst so zu organisieren und zu planen, dass es möglichst einfach wird. Sei es in der Schule oder an der Universität, in der Politik oder den Zeitungen: Alles muss möglichst einfach, möglichst leicht und ohne große Schwierigkeiten zu verstehen oder zu erreichen sein. Der Weg am besten vorgezeichnet und ohne Widersprüche. Alles klar definiert und kleinschrittig festgehalten, damit auch ja niemand an einer Aufgabe scheitert.</p>
<p>Dabei geht etwas fundamental Menschliches verloren: die Lust an der Herausforderung. Die Lust daran, die eigenen Leistungsgrenzen zu erkunden, sie zu erweitern und eben manchmal auch zu scheitern. Es gehört dazu, sich eine Aufgabe zu stellen, von der man eben nicht weiß, ob man ihr gewachsen ist, und dann zu versuchen, sie zu erfüllen. Stattdessen kommt der Ruf nach Hilfe. Sei es bei einem Freund, der Familie oder dem Staat. Klar, in manchen Situationen ist man tatsächlich auf diese Hilfe angewiesen, oft ist es aber die Mischung aus Faulheit und mangelndem Selbstvertrauen, die uns daran hindert, solch schwierige Aufgaben selbst anzugehen. Dabei ist das der einzige Weg, persönlich zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Wer die Herausforderung scheut, tritt auf der Stelle und bewegt sich nicht. Er verharrt im Bestehenden und verpasst es, sein Leben zu leben. Er stagniert.</p>
<p>Und deshalb müssen wir in unserer Gesellschaft wieder einen Platz für Herausforderungen schaffen. Wir müssen den Menschen das Gefühl geben, dass sie sich etwas trauen können. Wir dürfen nicht über gescheiterte Existenzen lästern, sondern müssen Experimente und Anstrengungen belohnen. Wir müssen denjenigen, die etwas versucht haben und damit gescheitert sind, Mut zusprechen, es erneut zu versuchen. Hilfe muss in fast allen Fällen Hilfe zur Selbsthilfe sein.</p>
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